El helado Brausewetter

Essen und Trinken sind wichtige Themen in der spanischen Kultur. Das geht so weit, dass man sogar eine Ortschaft nach einer Eissorte benennt: Malaga.

Malaga liegt in Andalusien, direkt an der Costa del Sol. Es gibt zwei Häfen: einen Handels- und einen Flughafen. Alles halbwegs Wichtige, was es in Malaga gibt, ist nach Picasso benannt, denn der kam von dort. Dass er sich später verkrümelt hat, nimmt man ihm wohl nicht weiter übel – oder es gibt anscheinend keine anderen Persönlichkeiten, die man irgendwie mit Malaga verbinden und werbewirksam einsetzen könnte. Wikipedia sagt, Antonio Banderas käme von hier. Den hätte man noch nehmen können. Aeoropuerto Banderas. Oder – auch das sagt Wikipedia: Hans Brausewetter! Das wäre doch mal ein cooler Name: Aeropuerto Brausewetter. Was für ein Spaß beim Landeanflug: „We’re now aproaching Malaga Brausewetter.“ Oder auch (bei Regen): „Wir befinden uns nun im Landeanflug auf Brausewetter. In Malaga: Brausewetter“. Da können Banderas und Picasso doch nur abkacken. Theoretisch. Tatsächlich machte der Pinselschwinger und Bronzestatuenzimmerer das Rennen. Meinetwegen. Ist ja auch kein leichtes Leben, wenn man heißt, wie eine Spielkarte – und dann auch noch „nur“ das As einer zweitklassigen Farbe (wobei: was heißt „Bander“ auf Deutsch? Ist ja vielleicht noch mieser als Pik). Letztlich ist es mir auch egal. Die Filme von Brausewetter kenne ich alle nicht, die von Banderas kenne ich, mag ihn aber hauptsächlich als Stimme des gestiefelten Katers und den Rest der malagalesischen Promis sind mir auch mehr oder weniger unbekannt. Also gerne Picasso hier, Picasso da, Picasso überall. Könnte schlimmer kommen. Zu einem Eis hat es aber auch für ihn nicht gelangt. El helado Picasso… nirgends zu lesen. Der Name würde irgendwie auch nicht zu einem Eis passen – es sei denn es handelt sich um den Auswurf eines Engländers, nach durchzechtem Vormittag, mit viel Bier, Sangria und vier Gratis-All-incl.-Eis obendrauf, was dann wie buntes Halbgefrorenes am Poolrand… das hätte dann Farbkompositorisch was von Picasso… aber warum sollte man sowas einen Namen geben… und schon gar nicht Picassos Namen… aber egal. Reicht ja, wenn die Straßen und Plätze nach ihm benannt sind. Die Engländer-Eis-Kreation kann man ja nach Brausewetter benennen – El helado Brausewetter – damit der gute Mann doch noch zu Ehren kommt; wenn auch zweifelhaften.

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Geht auf mich, Höhöhöhöhö.

Früher habe ich mich dem „All inclusive“-Phänomen beim Urlaub verweigert. Ich fand es erniedrigend, sich mittels eines grellfarbenen Bändchens identifizieren zu müssen, um von mitleidig lächelnden Angestellten ein 0,33l-Wasserfläschchen oder ein Bier im 0,2l-Plastikbecher über die Theke gereicht zu bekommen – zusammen mit einem Schnapsglas (natürlich aus Plastik) voller ranzig schmeckender Erdnüsse aus der Zeit, in der der Urlaubsort noch von der vorvorherigen Generation an Deutschen besetzt war. Das ist wahrscheinlich die Rache.

Es gibt allerdings die Momente, an denen man nichts tun. Tage, die man völlig unbeschwert erleben und sinnlos verplempern will, ohne dass man hinterfragt, ob das ok ist. Zeiten, in denen man über nichts nachdenken will und das dann auch tatsächlich durchzieht. Beamte kennen das als „Arbeitsalltag“ und genau das wollte ich auch mal erleben. Und wenn es bei mir schon nicht während der Arbeitszeit geht, dann halt im Urlaub. Also: All inclusive.
Ich muss gestehen: das hat was. Während um einen rum genervte Menschen mit nervigen nach Eis plärrenden Blagen das Kleingeld zählen – verzweifelt hoffend, dass es noch für das billigste Eis auf der schon vergilbten Langnese-Werbetafel reicht, halte ich, jovial lächelnd, mein am Handgelenk schlackerndes gelbes Bändchen in die Höhe und bekomme ruckzuck und ohne monetaren Einsatz ein 0,33l-Wasserfläschchen oder ein Bier im 0,2l-Plastikbecher. Einfach so. Das ist doch großartig! Ich bin begeistert. Man verkauft nur ein bisschen seiner Würde, kriegt ein Bändchen und schwupp ist man im Schlaraffenland, wo Getränke und Nüsschen in Plastikbechern in Hülle und Fülle zum Verzehr bereitstehen. Hammer. Den älteren deutschen Gästen muss man zu Anfang noch erklären, dass sie das Bändchen zwar zeigen müssen, aber bitte in dezenter Form und nicht so wie früher, wo noch alles besser war. Die meisten nehmen den Ratschlag auch gerne an und bedanken sich mit einem Bierchen. Im 0,2l-Plastikbecher. Natürlich mit dem bei All inclusive-Einrichtungen allgegenwärtigen: „Geht auf mich, Höhöhöhöhö.“

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Im Stehen kotzende Engländer – demnächst präsentiert von Vera Int Veen

Es gibt ja so hartnäckige Klischees. Holländer sind ausschließlich mit Wohnwägen unterwegs, Polen klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist und der übliche Sommerurlaub eines Engländers besteht aus den klassischen drei „S“: Sonnenbrand, Saufen und, klar, Saufen. Wenn man in Spanien weilt kommt noch ein viertes „S“ in Form von Sangria dazu. Und wie das ist mit vielen Klischees: oft stimmen sie. Speziell bei den Engländern kann ich das bestätigen. Da gibt es morgens schon mal einen Alibi-Kaffee, aber das wars dann mit Antialkoholischem. Spätestens um 11 Uhr sind die Schleusen geöffnet und es wird geflutet. All inklusive sei Dank mit dem Billigstem, was die jeweils lokale Spirituosenindustrie unter großzügigster Auslegung der Gesetze gerade noch so als trinkfähig in den Markt kippen darf. So gehts direkt aus dem Abbeiztank in den englischen Rachen und von da ins vom Vortag ohnehin noch vernebelte Gehirn. Ein kurzer Zwischenstopp ist im Magen. Nun ist der englische Magen aufgrund der kulinarischen Gegebenheiten in der Heimat ja schon einiges gewohnt und – so sollte man meinen – einigermaßen robust, aber bei Schnaps streicht auch er irgendwann die Segel. Vor allem bei Dauerbeschuss. Und somit nimmt so manches nicht den gewohnten, sondern stattdessen den Rückwärtsgang. Wenn man magentechnisch angeschlagene Engländer um sich herum und Glück hat, ist der Bewegungsapparat noch soweit intakt, dass es für die Auswirkungen dieses umdrehten Einfüllprozesses noch zu einem Gang auf die Toilette reicht… ansonsten muss eben alles herhalten, was auch nur im Ansatz gefliest ist und das kann auch schon mal ein Pool sein.

Der Engländer heute hat es aber noch an den passendsten Ort geschafft. Allerdings reichte es nicht mehr, die Tür zu schließen. Somit konnte jeder, der anwesend war, Zeuge werden, wie man im Stehen pinkelnd zeitgleich auch noch kotzen kann. Das sollte eigentlich für einen Auftritt in irgendeiner RTL-Talent-Show reichen. Vera Int Veen ist wahrscheinlich schon auf dem Weg.

Ich hätte mir ein Autogramm holen sollen – jetzt, wo er noch nicht bekannt ist. Später wird er sich wahrscheinlich nicht mehr an mich erinnern. Kennt man ja: wenn sie mal bekannt sind, kennen einen die Schnösel nicht mehr, machen einen auf Megastar und sind großkotzig. Ok, letzteres war der Typ auch heute schon und ob das mit dem Star werden klappt, ist auch noch nicht sicher. Vera Int Veen hat sich ja gerade ein bisschen zurückgezogen.

Andererseits war mir nicht danach nach einem Autogramm zu fragen. Hatte Gründe…

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Tarnhosenkauf im Motorradzubehörfachladen

Im Motorradzubehörfachladen, den ich zum Zwecke des Kaufs von Motorradzubehör aufgesucht hatte (es passte halt einfach: ich suchte Zubehör, die hatten welches…. Topf sucht Deckel und so), stand ein Mitglied eines hiesigen Motorradclubs vor mir an der Kasse. Man erkannte das unschwer am Emblem auf dem Rücken des Shirts, dem Wappen auf der Jacke, die er bei sich hatte und den Tattoos des Logos an diversen Körperstellen. Nun muss man wissen, dass dieser Club einen nicht unzweifelhaften Ruf genießt. Es geht da um Dinge im juristischen Graubereich und die meisten sind schon ein Spur heftiger als „Nicht kompletter Stillstand mit sich nicht mehr drehenden Reifen am Stop-Schild“ oder weibliche Polizistin „Bulette“ genannt. Und wie bei Rockerclubs üblich, sehen die Mitglieder meistens auch sehr martialisch aus. Den Leuten traut man zu, dass sie eine eigene Sprache sprechen, in der ein „Es tut mir leid, aber ich bin ja konträrer Ansicht“ wie ein gebrochener Kiefer klingt. Die Herren aus den Reihen dieser Clubs tragen oft Lederkluft, oder aber auch mal – am Casual Saturday – Tarnhosen.

Ich bin kein Fachmann für Tarnhosenkauf, aber mir dennoch ziemlich sicher, dass sie nicht unbedingt zum Standardsortiment des gemeinen Kleidungsfachhandels gehören und von US-Army oder der Bundeswehr geführten Bekleidungsgeschäften habe ich auch noch nicht gehört. Wo holt sich also der modisch interessierte Rocker die Tarnhose für den gepflegten Feierabend, wenn die Lederhose mal durchatmen darf (was sie sicher auch bitter nötig hat. Ich will den Herren Rocker ja nichts nachsagen, aber den ganzen Tag in Leder. Bei den Temperaturen. In direkter Nähe eines leistungsstarken und somit extrem aufgeheiztem Motor… da ist es nicht schwer sich mit einer Lederhose solidarisch zu zeigen, die mal durchatmen möchte) – na zum Beispiel in einem Motorradzubehörfachladen. Wobei… streng genommen ist eine Tarnhose kein Motorradzubehör, aber man muss ja nicht päpstlicher sein als der Papst und die Honda mal in der Kirche lassen. Tarnhosen in Motorradzubehörfachläden sind ok! Und der Herr vom Club vor mir, war sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst, denn er trug schon eine Tarnhose. Eigentlich sogar zwei: eine am Körper (in kurz) und eine andere in der Hand (in lang), mit dem Ziel selbige käuflich zu erwerben (für die Juristen: mitschreiben! Motorradzubehörfachläden gehören anscheinend nicht zum von Motorradgangs erpressten Klientel: dort wird korrekt eingekauft und bezahlt.). Mir lag ein „Hach, wenn man die Figur für solche Hosen hat“ auf der Zunge, hatte aber Bedenken, dass der Herr dies falsch auffassen könnte und da ich nicht weiß, was „Oh, meinen Sie? Das ist zwar nett, aber ich sehe es ein bisschen anders“ in seiner Sprache heißt, mir aber grob vorstellen kann, in welche Richtung das tendieren könnte, habe ich schön die Schnauze gehalten.

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Seelenverwandschaft mit einer Zecke

Da wacht man auf und die kleine Katze steht Schnauze an Nase vor einem und man denkt so im Halbschlaf: „Och nö, geht das jetzt schon los mit Pubertät, Gezicke und dem ganzen Piercingkram. Seit wann hat die so eine Kugel am Ohr?“ Tatsächlich ist man dann sehr schnell hellwach, wenn man erkennt, das die Kugel eine randvoll vollgesaugte Zecke ist, die kurz vor dem Absprung ist.

Zecken können locker eine Woche unter Wasser überleben, weshalb mein Plan, dieses eklige Etwas mal ein paar Stunden in ein Wasserglas zu versenken als nicht zielführend angesehen, abgebrochen und auf Eis gelegt wurde. Verbrennen funktioniert wohl ganz gut, aber in den seltensten Fällen hat man ein loderndes Feuer in der Nähe, wenn man es mal braucht….

Letztendlich habe ich die Zecke zwischen ein paar Zeitungsseiten gelegt und mit einem Wasserglas zerdrückt. Das Geräusch einer platzenden Zecke ist erstaunlich laut, das Bild, das sich einem nach Aufschlagen der Zeitung darbietet ist furchtbar, weil sehr blutig. Wie ein Unfall, bei dem ein Blutreserventransporter beteiligt ist, also mit viel mehr Blut als die Beteiligten selbst hergeben würden.
Diese Zecke ist jedenfalls aus dem Rennen. Aber wo die herkam gibts noch mehr: die kleine Katze hatte vorhin schon wieder eine. Diesmal aber eine kleinere, die noch nicht randvoll mit Blut war. Das Geräusch beim Zerquetschen war auch viel dezenter.

Die Zecke heute morgen war übrigens so dermaßen randvoll mit Blut, dass sie prall und vollgefuttert da lag, sich deshalb aber keinen Millimeter mehr aus eigener Kraft fortbewegen konnte. Da fühlte ich schon so eine kleine Seelenverwandschaft… kennt man ja von sich selbst nach einer ausgiebigen Völlerei. Richtig eng waren unsere Bande dann aber doch nicht, deshalb: Zeitung + Wasserglas.

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Samstag morgens um 9 Uhr kommt der Eppelmon. Aus de Palz.

An einem Samstag Morgen um 9 Uhr Apfelschnitzeschneidend bei wildfremden Menschen zu klingeln ist schon eine Frechheit. Üblicherweise sind es die Zeugen Jehovas, die um diese Uhrzeit unterwegs sind, um die Menschheit zu retten. Die haben aber meistens keinen Apfel dabei, sondern nur komische Heftchen und krude Gedanken und weil sie keinen Apfel bei sich tragen (zumindest nicht, um ihn den zu Rettenden, die sie belästigen, anzubieten. Sollten sie mal probieren: vielleicht steigert das die Erfolgsquote) und diesen somit auch nicht in Schnitze schneiden müssen, haben sie auch kein Messer in der Hand. Käme ja auch ein bisschen seltsam: adrett gekleidete Menschen mit einem Messer in der Hand fragen, ob man mit ihnen über Gott reden möchte. Je nach Größe des Messers, würde ich mich eventuell sogar überreden lassen. Der heutige Störenfried war aber kein Zeuge Jehovas, oder vielleicht doch, aber sein wichtigstes Anliegen war zumindest nicht eine kleiner Plausch über Gott, sondern Äpfel. Das war nämlich der Pelzär Eppelmon, also ein Apfelmann pfälzischer Herkunft.
Anscheinend gibt es in der Pfalz also eine enorme Überproduktion an Äpfeln, weshalb man nun Leute in die Fremde schickt, um zumindest einen Teil davon loszuwerden. Das ist so ein bisschen wie 12 Monkeys, wo Bruce Willis in die Vergangenheit geschickt wurde, um die Menschheit zu retten, nur gehts halt beim Pelzär Eppelmon nicht um die Menschheit, sondern um Äpfel und er reist auch nicht in der Zeit, sondern in andere Bundesländer. Nur minimal anders also.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber Samstag morgens um 9 Uhr bin ich meist ein bisschen perplex, wenn es an der Tür klingelt, ein Mann vor meiner Tür steht und sich als Pelzär Eppelmon vorstellt, während er einen mitgebrachten Apfel mit einem ebenfalls mitgebrachten Messer zerteilt und zur Verköstigung anbietet. Entsprechend einsilbig war auch meine Antwort auf die Frage, ob ich Eppel möchte, nämlich: „Häh?“

Ich finde es ja grundsätzlich toll, wenn man sich Gedanken um neue Absatzmärkte und ähnliches macht, aber doch nicht um 9 Uhr an einem Samstag? Bzw. darüber nachdenken kann man ja um 9 Uhr, gerne auch an einem Samstag, aber doch nicht die Kunden in spe so früh belästigen. Geht das nicht auch noch später? Oder online? Online wäre super! Ohne nachzuschauen bin ich mir fast sicher, dass www.eppelmon.de noch frei ist. Da könnte man doch einen Hammer-Online-Shop bauen mit allem, was das Apfelliebhaberherz begehrt. Mit so einem Cross-Selling-Konzept für Reithöfe – wegen Äpfel und so. Da gäbe es Möglichkeiten noch und nöcher. Ich fände das toll! Also lieber Pelzär Eppelmon: denk mal drüber nach. Gerne auch Samstag morgens um 9 Uhr.

PS: Neben Äpfel waren übrigens auch noch Zwiebel und Orangen im Angebot. Er hätte sich also genausogut als Pelzär Zwiwwlmon oder Pelzär Orantschemon vorstellen können, wobei Orangen in der Pfalz… ich weiß ja auch nicht. Ob die wirklich aus eigener Produktion sind?

Gekauft habe ich übrigens nichts. Insofern war die Mission zumindest in meinem Fall genauso gescheitert, wie bei Bruce Willis. Sollte die Menschheit also eines Tages an der Überproduktion Pfälzer Äpfel zugrunde gehen – meine Schuld. Sorry.

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Wasserkocher kochen auch nur mit Wasser

In unserer Kaffeeküche in der Firma (ja, wir haben eine Kaffeeküche und die heißt so, weil man darin nicht viel mehr als Kaffee machen kann. Eine Mikrowelle gibt es noch, aber die brummt ganz seltsam und ich meine auch zu spüren, wie meine Körpertemperatur ansteigt, wenn sie läuft und ich in der Nähe bin. Insofern trifft es Kaffeeküche ganz vorzüglich: es ist eine Art Küche und man kann dort vorwiegend Kaffee machen) gibt es neben zwei Kaffeemaschinen, einem überdimensionierten Milchaufschäumer, einem Kühlschrank und einer Spülmaschine auch einen Wasserkocher. Der steht auf einer Kachel, weil ein für die Sicherheit des Unternehmens zuständiger Mitarbeiter erkannt hat, dass die Kachel nicht brennen wird – egal wie heiß der Wasserkocher ob seiner Aufgabe des Wasserzumkochenbringens wird. Es wurde also ein Ausdruck an der Wand über dem Wasserkocher angebracht, der darauf hinweist, dass die Kachel nicht da liegt, weil ein Fliesenleger keine Lust hatte sich zu bücken, sondern eine brandschutzrelevante Aufgabe wahrnimmt. Wenn ich alleine in der Küche stehe, schiebe ich den Wasserkocher manchmal ganz an der Rand der Kachel und warte darauf, dass ein für Sicherheitsfragen zuständiger Kollege in den Raum hechtet und den Wasserkocher wieder auf die korrekte Kachelposition schiebt. Passierte aber bisher noch nie. Schade eigentlich.

Diese Woche dann: großes Drama! Der neue Wasserkocher (beim alten war der Deckel nicht mehr fest, er brauchte ewig und und und. Wie das halt so ist mit älteren Wasserkochern. Er kochte auch nur mit Wasser. Quasi.) gab seinen Geist auf. Die blaue Funktionsleuchte verglühte, das Wasser blieb kalt.
Nun war dieser neue Wasserkocher wirklich ein Ausbund an Schönheit. Gibt ja so Dinge, bei denen Designerinnen nervös werden und Designer nicht gleich vom Schreibtisch aufstehen können. Ok, so heftig ist der Wasserkocher dann doch nicht, aber er ist chic. Und hat einen Schalter, der blau leuchtet, wenn die Maschine eingeschaltet ist und das Wasser zum kochen bringt. Entsprechend frustrierend ist es, wenn dieser Schalter nicht leuchtet, obwohl er betätigt wurde. Der Laie denkt: LED kaputt, aber der Fachmann weiß: Scheiße! Kein Tee, kein Instant Kaffee… das wird nix mit heißem Wasser und während der Laie noch mit einer Taschenlampe und einer blauen Serviette versucht, das blaue Licht des Schalters zu simulieren, sitzt der Fachmann schon heulend am Schreibtisch, weil er weiß: das wird nichts mit Kaffee.

Es gab den ganzen Tag keinen Kaffee mehr und eigentlich wäre Kaffee weiterhin keine Option, geschähen nicht ab und an Wunder, so auch hier: obwohl verheizt, getriezt, gedemütigt, geschunden und schließlich vertrieben, war er plötzlich wieder da – bereit sein bestes zu geben, auch wenn das ein bisschen länger dauert, der Deckel immer noch wackelt und keine LED das Grau der Kaffeeküche erleuchtet…. willkommen zurück, lieber guter, alter Wasserkocher. *schnief*

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Wenn schon Mord, dann nur im katzenfreien Bad

Ich habe jetzt ein Rasiermesser. Also eigentlich kein richtiges Rasiermesser, sondern eine Shavette. Das ist quasi ein Rasiermesser, aber mit austauschbarer Klinge und zwar einer einzelnen. Die Supermarktrasierer prahlen ja um die Wette, wer mehr hat. Vor ein paar Jahren fing es mit einer zweiten Miniklinge an, mittlerweile kommt gefühlt eine weitere Klinge pro Woche dazu. Man hört sie schreien an der Kasse: „Nimm mich, ich habe vier Klingen!“ „Pah, vier… ich hab fünf und die sind so scharf, dass sie hinter Gitter müssen!“. Letzteres kennt man auch von den Damen in gewissen Gegenden von Mannheim (hab ich gehört! Sagt man! Gerüchte!). Jedenfalls sind das ganz schöne Angeber, diese Supermarktrasierer, dabei sollte man den Ball lieber flach halten, wenn man sein Dasein zwischen Einzelportionsflaschen Zinn40 und Muskote-Papers fristet. In der Szene gibt es sicher noch andere Gründe außer „scharf“, die einen hinter Gitter bringen können.
Die Shavette ist dagegen dezent und von der angenehm stillen Sorte. Sie hat nur eine Klinge, aber das führt keineswegs zu Komplexen – und erfreulicherweise auch nicht zu lautstarkem Widerstand ala „Ihr könnt mich mal, ihr verf***ten Supermarktrasierer mir Eurer Klingengeilheit! Ja, ich habe nur eine, na und????“, denn das widerspräche ja der angenehmen Stille, die zu verbreiten sich die Shavette zu eigen gemacht hat. So verrichtet also ein einzelnes, sehr scharfes Stück Metall seine Arbeit und man merkt gleich beim ersten Einsatz: Scheißegal wieviele Klingen so ein Ding hat – Gitter sind eine klasse Sache! Außerdem lernt man, dass sich Blut ganz leicht von Waschbecken und Fliesen entfernen lässt. Gut zu wissen, wenn man mal einen Mord oder so plant: das Badezimmer bietet sich an, da lässt sich die Sauerei super wegmachen… naja, solange keine Katze durch das Massaker läuft. Ganz schlecht sind Katzen mit weißem Fell. Nicht, dass sich die Farbe des Fells auf die grundlegende Verteilung der Blutschmierereien auswirken würde, aber im Gegensatz zu Waschbecken und Fliesen ist Katzenfell nicht so leicht zu reinigen. Das gilt im Besonderen auch für Blutflecken im Fell. Merke: bei einem Mord ein Badezimmer aufsuchen, aber dafür sorgen, dass sämtliche weißen Katzen außerhalb des zu erwartenden Blutlachenbereiches sind. Idealerweise lässt man sie erst gar nicht ins Bad. Ist dann ja auch hygienischer, so ein Mord und die Aufräumarbeiten danach sowieso. Danach sind Katzen gerne wieder willkommen.

Und kleiner Tipp bzgl. Werkzeug. So eine Shavette ist echt scharf, hat aber keine Gitter. *zwinkerzwinker.

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Spuren von Schokohasen im Mineralöl

Tester haben herausgefunden, dass Schokohasen mit Mineralöl belastet sind. Keine Ahnung, was die Aufregung soll: interessiert bei mir doch auch niemanden und ich bin ständig damit belastet – jedes verdammte Mal, wenn ich tanken gehe, belastet mich der Preis für die Plörre aufs neue. Die Schokohasenmeldung wird erst dann spannend, wenn die Dinger genug Mineralöl enthalten, dass es sich lohnt, Schokohasen in den Tank zu stopfen anstatt die Ölkonzerne noch reicher zu machen. Das wäre ja auch irgendwie nett. Auf den Autobahnen röche es nach feinster Vollmilchschokolade, über den Städten läge eine Zartbittersmogwolke. Ok, es gäbe sicher auch Probleme. Kindergangs, die einem den Tank leerfuttern und ähnliches, aber das bekäme man in den Griff.
Grundsätzlich ist es aber schon perfide: da jammern die Ölkonzerne über die Rohstoffpreise, überhaupt sei alles so teuer und drehen mit einem Krokodiltränchen im Auge die Preise für Sprit in absurde Höhen. Zahlen die Schokoladenhersteller das gleiche wie unsereins an der Tanke? Dann müssten die Preise für Schokohasen ja schwanken wie dereinst Harald Juhnke auf dem Heimweg von der Kneipe. Und das im Stundenrhytmus, also die Preise, nicht Harald Juhnke. Der schwankt nicht mehr. Bei den Tanken, an denen ich immer vorbei- und manchmal auch reinfahre ist das so, also dass die Preise schwanken. Harald Juhnke ist dort nicht. Jedenfalls ist an den Tanken morgens ein anderer Preis wie am Abend und wenn ich gelegentlich Mittags schon dort war, wars wieder ein anderer Preis. Nicht so bei Schokohasen: da steht der Preis und er ist an jedem Tag, zu jeder Tages- und Nachtzeit gleich (es sei denn, der Schokohase schafft es zu den Sonderangeboten, aber die heißen ja schon so: SONDERangebote. Das ist ein SONDERfall) und das trotz Mineralöl im schokoladigen Meister Lampe. Das ist doch komisch und vor allem auch nicht fair. Die Schokohasenpreise sollten schwanken und Sprit dafür immer mal wieder im Sonderangebot sein! Wäre dann aber auch wieder nicht allen recht und hastenichtgesehen gäbe es erneut Schlagzeilen: Spuren von Schokohasen im Mineralöl gefunden. Großer Skandal! Und die AfD-Nasen wüssten auch schon, wer schuld ist: „Sarotti! Das sind die mit dem Flüchtling als Werbefigur! Ist doch klar, dass da sowas bei rum kommt!“, würden sie dann tönen, die Storchs und Petrys und wie sie alle heißen. Und natürlich hätten die AfDler auch diesmal nicht recht. Aber da es immer besser ist, wenn man von der AfD nichts hört, soll der Sprit Schokohasenfrei bleiben und idealerweise sollten Schokohasen ein unbelastetes Leben führen. Sollte doch irgendwie hinzukriegen sein, oder?

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Mit grobmaschigen Sieben sieben ist schwer beim Reis der Inkas

Quinoa. Total gesund und sehr lecker. Sagen alle. Naja, vielleicht nicht alle, aber viele. Quinoa ist das Reis der Inkas. Sollten die Inkas keine Alternativen zur Hand gehabt haben, wäre somit auch geklärt, warum sie über den Jordan Urubamba gegangen sind. Dieses Wunderkorn hat es nämlich schon vor dem Verzehr in sich, denn man soll es ausgiebig waschen. Ungewaschen geht man über den Urubamba schmeckt es bitter und was es in der ungewaschenen Form in der Zielgeraden im Verdauungstrakt anrichtet, muss man ja auch nicht unbedingt in einem Selbstversuch austesten. Also ist große Quinoawäsche angesagt.

Mein erstes Kochbuch war von Jamie Oliver (woran man sieht, dass ich noch nicht sooooo lange dabei bin) und da ging es auch um die absoluten Basics, die man unbedingt und auf jeden Fall haben sollte: kleiner Topf, größerer Topf, kleine Pfanne, mittlere Pfanne, große Pfanne, was zum Schneiden, was zum Rühren, ein paar Standardgewürze und so Zeug. Und: ein Sieb! Siebe sind super! Man damit Dinge… naja, sieben. Sieben ist per se super und so richtig Spaß macht es mit dem richtigen Werkzeug: einem Sieb …außer man muss Quinoa sieben; das geht mit einem handelsüblichen Standardsieb so gut wie gar nicht. Die Maschen sind bei gewöhnlichen Sieben nämlich zu groß für den „Reis der Inkas“, der in ungewaschener und ungekochter Form eigentlich „Sand der Inkas“ heißen sollte. Aber dann würde das ja niemand kaufen. Obwohl… gibt ja auch Leute, die Salz aus dem Himalya kaufen. Wenn man denen erklärte, dass die Inkas extreme reine Haut hatten und das nur, weil sie täglich einen Löffel „Inka-Sand“ zu sich genommen haben – meist vor dem Quinoa-Frühstück – es würde sich verkaufen wie geschnitten (Quinoa-)Brot. Auf dem Beipackzettel stände dann, dass man den Sand vorher unbedingt sieben solle, damit eventuelle Verunreinigungen beseitigt werden können (würde ich den Sand verkaufen, gäbe es einen Einkaufszettel und auf diesem Zettel wäre genau ein Ausrufezeichen und zwar nach dem Satz: „WICHTIG: Bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit den „Sonnen-Sand aus Inka-Hand“ unbedingt vor Erstgebrauch ausgiebig sieben, um eventuelle Rückstände zu beseitigen!“ Vielleicht würde ich sogar noch ein „Unbedingt!“ und somit ein zweiter Ausrufezeichen unterbringen).
Auf der Verpackung meines Quinoas steht aber nichts von Sand und somit noch nicht mal eine unterschwellige Warnung, dass mein Sieb mit diesen atomkerngroßen Körnchen eventuell überfordert sein könnte. Was er natürlich war.  Einen Beipackzettel gab es auch nicht (da sollen sich die Käufer meines Inka-Sands aber mal glücklich schätzen! Bei mir gibt es Beipackzettel! Ausrufezeichen!), ergo muss man sich durch die Küche mcguyvern und versuchen das Quinoa-Zeug irgendwie zu wässern und anschließend das quinoarückständeverschmutzte Wasser wieder von den Körnern zu bekommen. Das klingt nach einer nicht so ganz einfachen Aufgabe und tatsächlich ist sie genau das: nicht so ganz einfach. Bei mir waren ein Topf, ein Teller, ein Küchentuch, eine Hand und sehr sehr viele Flüche im Einsatz. Klappte trotzdem nur leidlich und in der hießigen Kanalisation gibt es nun aufgrund meiner schlechten Quinoawaschwasserabsiebtechnik und entsprechend vielen nur rudimentär gewaschenen Körnchen im Abfluss sehr viele, extrem gesunde Ratten mit Problemen in den Zielgeraden ihrer Verdauungsträkte.

Somit dürfte auch klar sein, was die Ur-Inkas umgehauen hat: entweder es waren gewisse körperliche Maläsen aufgrund des Verzehrs von nicht korrekt gewaschenem „Reis“ (aka Quinoa) oder sie wurden das Opfer von Horden Ratten, die zwar extrem gesund, aber leider auch aufgrund Schmerzen im Unterbauch sehr aggressiv waren. Und beides nur, weil die Maschen der Inka-Siebe zu groß waren. Hätten sie mal lieber ihren Sand verkauft und wären von den Einnahmen lecker essen gegangen.

PS: aber geschmacklich kann man bei Quinoa nicht meckern. Liegt aber vielleicht auch daran, dass man nach der ganzen Wasch- und Zubereitungsprozedur auch ausgehungert ist und einem so ziemlich alles schmecken würde.

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