Katzen, Frauen, Logik und Kraulen in der Nacht (sie liegt oben)

Katzen… wunderschöne Wesen, aber mit teilweise völlig unerklärlichem, total unlogischem Verhalten. Wie bei Frauen. Mich trifft es doppelt hart, denn die beiden Katzen hier im Haus sind Damen. Es ist aber leider nicht so, dass fehlende Logik (Katze) und fehlende Logik (Frau) sich gegenseitig aufheben; eher im Gegenteil… es wird alles noch absurder. Die kleine Katze steht zum Beispiel neben einem und meckert ausgiebig. Oha, da möchte jemand gestreichelt werden, denkt man(n) und bückt sich, um die Katze hochzunehmen, damit das große Kraulen beginnen kann. Die kleine Katze haut aber ab, flüchtet sogar, wenn man ihr nachläuft. Nach zwei Minuten steht sie aber wieder da und meckert. Hat man sie dann doch mal erwischt, ist alles gut: trautes Kraulen und wohliges Schnurren (also die Katze, ich versuche nach der Jagd wieder zu Atem zu kommen). Ich habe bisher noch nicht herausgefunden, was das soll, aber es muss wohl so sein. Vielleicht ist es ein perfides Spiel, von dem ich keine Ahnung habe… ich weiß es nicht. Die Situation sieht aber völlig anders aus, wenn ihr in der Nacht einfällt, dass es mal wieder Zeit für Kuscheln wäre… da springt das vorher ach-so-ängstliche Kätzchen auf den großen schlafenden Mann, haut ihm mit der Tatze auf den Kopf und jammert laut und herzerweichend direkt in sein Ohr. Funktioniert nicht immer, aber manchmal eben doch. Dann muss ich mich auf den Rücken drehen, die kleine Katze legt sich Gesicht zu mir auf meinen Bauch, Decke drüber und dann ausgiebiges Wangen- und Halskraulen. Also ich bei der Katze. Umgekehrt gibt es höchstens eins auf die Nase, wenn ich versehentlich (oder wegen Müdigkeit) aufhöre zu kraulen.

Hm, da steckt vielleicht doch eine Logik dahinter und zwar eine ganz perfide! Wenn man es sich genau anschaut, erreichen die Katzen trotz oder vielleicht auch wegen ihrer unlogischen Handlungen am Ende genau das, was sie wollen. Nehmen wir die kleine Katze: sie will, dass ich sie streichle, also stellt sie sich neben mich und miaut nach Aufmerksamkeit. Eigentlich könnte sie die sofort haben, aber stattdessen haut sie ab und ich verfolge sie. Mein Ziel ist es, der Katze die Streicheleinheiten zu geben, die sie braucht, aber anscheinend (so redet mir die Katze durch ihre Flucht ein) war ich zu ungeschickt, die kleine Katze hat sich erschrocken und ist vor mir abgehauen. Oje, die arme Katze. Irgendwann erwische ich sie, streichle wie verrückt und kraule noch mehr, aber tief in mir hat sich festgesetzt, dass ich das arme Ding ja so arg gestresst habe mit meinem ungeschickten Handeln… die Katze ist bestimmt total verwirrt. Das macht sie sich dann in der Nacht zunutze, klettert auf mich und miaut mir ein „Ich werde versuchen, zu vergessen was war… Ich vertraue Dir sogar so sehr, dass ich unter die Decke komme! Also los, dreh Dich um!“ ins Ohr – und das funktioniert auch noch. Nicht immer, aber oft.
So gesehen macht es die große Katze nicht anders. Sie hüpft immer auf meinen Schoß. Beim Streicheln entdecke ich Knoten in ihrem Fell, die ich entfernen möchte. Sie lässt das kurz zu, ist dann tierisch empört, schnappt nach mir und zieht von dannen …um dann zwei Minuten später wieder auf den Schoß zu springen und Kraulen einzufordern. Natürlich habe ich dann ein schlechtes Gewissen, kraule wie ein Weltmeister und lasse die Knubbel im Fell Knubbel sein. Die vermeintliche Unlogik, dass sie trotzdem wieder kommt beruht also wahrscheinlich nur auf der Tatsache, dass sie weiß, dass danach Ruhe ist und außer Kraulen kein nerviges Fellgeziepe auf dem Programm steht.

So ist das also… die Katzen durchschaue ich so langsam. Wenn mir das jetzt noch bei Frauen gelingt ist alles gut, aber ich befürchte, das wird nicht so einfach. Da ist es mit simplen Gekraule und Finger weg vom Fell nicht unbedingt getan…

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