Mit grobmaschigen Sieben sieben ist schwer beim Reis der Inkas

Quinoa. Total gesund und sehr lecker. Sagen alle. Naja, vielleicht nicht alle, aber viele. Quinoa ist das Reis der Inkas. Sollten die Inkas keine Alternativen zur Hand gehabt haben, wäre somit auch geklärt, warum sie über den Jordan Urubamba gegangen sind. Dieses Wunderkorn hat es nämlich schon vor dem Verzehr in sich, denn man soll es ausgiebig waschen. Ungewaschen geht man über den Urubamba schmeckt es bitter und was es in der ungewaschenen Form in der Zielgeraden im Verdauungstrakt anrichtet, muss man ja auch nicht unbedingt in einem Selbstversuch austesten. Also ist große Quinoawäsche angesagt.

Mein erstes Kochbuch war von Jamie Oliver (woran man sieht, dass ich noch nicht sooooo lange dabei bin) und da ging es auch um die absoluten Basics, die man unbedingt und auf jeden Fall haben sollte: kleiner Topf, größerer Topf, kleine Pfanne, mittlere Pfanne, große Pfanne, was zum Schneiden, was zum Rühren, ein paar Standardgewürze und so Zeug. Und: ein Sieb! Siebe sind super! Man damit Dinge… naja, sieben. Sieben ist per se super und so richtig Spaß macht es mit dem richtigen Werkzeug: einem Sieb …außer man muss Quinoa sieben; das geht mit einem handelsüblichen Standardsieb so gut wie gar nicht. Die Maschen sind bei gewöhnlichen Sieben nämlich zu groß für den „Reis der Inkas“, der in ungewaschener und ungekochter Form eigentlich „Sand der Inkas“ heißen sollte. Aber dann würde das ja niemand kaufen. Obwohl… gibt ja auch Leute, die Salz aus dem Himalya kaufen. Wenn man denen erklärte, dass die Inkas extreme reine Haut hatten und das nur, weil sie täglich einen Löffel „Inka-Sand“ zu sich genommen haben – meist vor dem Quinoa-Frühstück – es würde sich verkaufen wie geschnitten (Quinoa-)Brot. Auf dem Beipackzettel stände dann, dass man den Sand vorher unbedingt sieben solle, damit eventuelle Verunreinigungen beseitigt werden können (würde ich den Sand verkaufen, gäbe es einen Einkaufszettel und auf diesem Zettel wäre genau ein Ausrufezeichen und zwar nach dem Satz: „WICHTIG: Bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit den „Sonnen-Sand aus Inka-Hand“ unbedingt vor Erstgebrauch ausgiebig sieben, um eventuelle Rückstände zu beseitigen!“ Vielleicht würde ich sogar noch ein „Unbedingt!“ und somit ein zweiter Ausrufezeichen unterbringen).
Auf der Verpackung meines Quinoas steht aber nichts von Sand und somit noch nicht mal eine unterschwellige Warnung, dass mein Sieb mit diesen atomkerngroßen Körnchen eventuell überfordert sein könnte. Was er natürlich war.  Einen Beipackzettel gab es auch nicht (da sollen sich die Käufer meines Inka-Sands aber mal glücklich schätzen! Bei mir gibt es Beipackzettel! Ausrufezeichen!), ergo muss man sich durch die Küche mcguyvern und versuchen das Quinoa-Zeug irgendwie zu wässern und anschließend das quinoarückständeverschmutzte Wasser wieder von den Körnern zu bekommen. Das klingt nach einer nicht so ganz einfachen Aufgabe und tatsächlich ist sie genau das: nicht so ganz einfach. Bei mir waren ein Topf, ein Teller, ein Küchentuch, eine Hand und sehr sehr viele Flüche im Einsatz. Klappte trotzdem nur leidlich und in der hießigen Kanalisation gibt es nun aufgrund meiner schlechten Quinoawaschwasserabsiebtechnik und entsprechend vielen nur rudimentär gewaschenen Körnchen im Abfluss sehr viele, extrem gesunde Ratten mit Problemen in den Zielgeraden ihrer Verdauungsträkte.

Somit dürfte auch klar sein, was die Ur-Inkas umgehauen hat: entweder es waren gewisse körperliche Maläsen aufgrund des Verzehrs von nicht korrekt gewaschenem „Reis“ (aka Quinoa) oder sie wurden das Opfer von Horden Ratten, die zwar extrem gesund, aber leider auch aufgrund Schmerzen im Unterbauch sehr aggressiv waren. Und beides nur, weil die Maschen der Inka-Siebe zu groß waren. Hätten sie mal lieber ihren Sand verkauft und wären von den Einnahmen lecker essen gegangen.

PS: aber geschmacklich kann man bei Quinoa nicht meckern. Liegt aber vielleicht auch daran, dass man nach der ganzen Wasch- und Zubereitungsprozedur auch ausgehungert ist und einem so ziemlich alles schmecken würde.

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