Nicht die Katze

Noch schaut der Teilzeithund ein bisschen komisch, wenn man ihn mit „Nicht die Katze“ anspricht, aber da wird er sich dran gewöhnen müssen. Ist ja schließlich auch nicht die Katze.

Noch sind hier gar keine Katzen – außer ab und an die Nachbarskatze, aber nur wenn sie ganz sicher sein kann, dass „Nicht die Katze“ nicht anwesend ist. Früher ist sie schon mal mutig durch die offene Terrassentür geschlichen und hat die Wohnung erkundet, aber das ist ihr mittlerweile zu heikel. In den Garten traut sie sich aber manchmal noch. Wahrscheinlich, um nach dem Igel zu schauen, der wohl immer noch in irgendeiner Hecke in der hintersten Ecke haust.
Früher spazierte oft noch eine andere Katze im Garten rum, aber die habe ich schon länger nicht gesehen. Wahrscheinlich gabs Krach mit der Nachbarskatze und sie hat sich eine neue Hood gesucht. Oder das böse Michelinmännchen kam und hat sie überrollt. Aber das denke ich eher nicht: hier in der Gegend fahren nicht viele Autos und die, die fahren sind sehr langsam unterwegs. Da sterben Katzen schon eher an Langeweile beim fahrende Autos beobachten, denn durch einen Unfall mit denselben. Eigentlich könnte man hier perfekt ein Sanatorium für depressive Katzen bauen. Das Gebäude dürfte nur maximal einen Stock haben, damit den Tieren nichts passiert, wenn sie sich in einer depressiven Phase vom Dach oder aus dem Fenster stürzen und dank der wenigen und auch noch sehr langsam fahrenden Autos wäre ein Selbstmord auf der Straße auch ein Ding der Unmöglichkeit. Man könnte die Katzen also in aller Ruhe therapieren und müsste sich keine Sorgen machen, dass sie sich etwas Schlimmes antun. Ok, gelegentlich gäbe es denen ein oder anderen Todesfall wegen Langeweile aufgrund Beobachtens der langsam fahrenden Autos, aber das dürfte selten passieren. Der Großteil der Depri-Cats wäre irgendwann geheilt und man müsste sich morgens einen Weg durch all die toten Mäuse bahnen, die die geheilten Katzen aus Dankbarkeit vor die Tür gelegt haben.

Vorerst ist das Depressive-Katzen-Sanatorium aber noch nicht gebaut, geschweige denn in Planung und somit leben hier nur ab und an mal schlecht gelaunte, aber noch nicht manisch-depressive Katzen und leben ein komfortables, eher gediegenes Katzenleben. Man könnte fast ein bisschen neidisch werden (ok, wenn diese Kastrationssache nicht wäre, aber schwamm drüber. Das ist ein heikles Thema: auch unter Katzen…) und vielleicht ist das auch der Grund, warum „Nicht die Katze“ immer so hysterisch bellt, wenn er die Nachbarskatze sieht. Kann ich ja auch irgendwie nachvollziehen. Wenn ich so darüber nachdenke, ist mir auch nach bellen. Kann ich aber nicht bringen, da würden sich die zwei jungen Damen, die hier bald einziehen, sicher erschrecken. Also keine Bellerei meinerseits, aber vielleicht schnurre ich mit den Mädels um die Wette. Man wird sehen.

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