Erziehung (der Papafeuerwehrmann und sein Speziallöschwasser)

Erziehung. Das ist bei Hunden nicht ganz einfach, bei Katzen nahezu unmöglich und bei Goldfischen extrem schwierig. Jedenfalls bei den Goldfischen, die ich so kenne. Der einzige Befehl, auf den die reagieren ist „Bleib unter Wasser!“. Alles andere prallt ohne Reaktion an ihnen ab. Kinder sollten dagegen relativ einfach zu erziehen sein. Sie verstehen ab einem gewissen Alter so halbwegs, was man von ihnen verlangt und wenn man es clever anstellt, tun sie das Gewünschte auch tatsächlich. Klar muss man als Erziehungsberechtigter aktiv mitarbeiten: Bierkästen nicht zu hoch stellen zum Beispiel, damit das Kind dran kommt, wenn man sagt: „Und wie holt man dem Papafeuerwehrmann sein Speziallöschwasser?“. Keine zweideutigen Begriffe benutzen: „Klappe!“ kann zum einen bedeuten, dass das Kind doch bitte mal ruhig sein möge, oder aber auch der dezente Hinweis auf den Ort an Krankenhäusern, wo Kinder hinkommen, die das Speziallöschwasser vom Papafeuerwehrmann haben fallen lassen (ab einem gewissen Alter kapieren die Knirpse dann aber, dass diese Klappen nur für Babys genutzt werden. Sollte der Nachwuchs zum ersten Mal einen Verdacht diesbezüglich äußern: einfach mit ihr/ihm hinfahren und nachmessen, ob es größentechnisch noch ginge. So gewinnt man ein bisschen Zeit). Wie soll das Kind das unterscheiden? Sauberkeit, auch eine wichtige Sache, die gelernt werden will. Klar riecht so eine volle Windel, vor allem ab dem dritten Tag, wenn wirklich nichts mehr reinpasst – aber spätestens dann sollte doch auch das Kind merken, dass da was nicht stimmt und sich der Sache annehmen. Klar knicken Eltern da manchmal ein, entfernen die Windel und stecken das Kind in die Waschmaschine, aber das ist der falsche Weg. In vielerlei Hinsicht.

Erziehung ist also auch bei Kindern nicht einfach (wenn auch einfacher als bei Goldfischen), aber bei mir ist die Sache ja zum Glück bald überstanden. Der Junior wird demnächst Sechzehn – ab da sind die Jugendgerichte und -gefängnisse zuständig und ich raus aus der Nummer. Wird schon eine Umstellung. Vor allem, weil der Papafeuerwehrmann sein Speziallöschwasser dann selbst holen muss.

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Haarige Sachen und Fieberthermometer

Bei türkischen Frisören gibt es als Serviceleistung oft noch das Ausbrennen der Ohrhaare, also der Haare, die im Ohr vor sich hinwachsen und irgendwann nach außen wuchern. Live erlebt habe ich das noch nicht (weshalb man sich auch nicht sicher sein sollte, ob das mein Echthaar ist oder ob ich nur die Ohrhaare über den Kopf kämme), aber bei den Videobeiträgen, die ich zu dem Thema gesehen habe, war das so, dass da ein glühender Holzstab am Ohreingang herumgewirbelt und ins Ohr gepustet wurde. Die Ohrhaargeplagten wirkten nicht so, als wäre das mit einem heftigen Schmerz verbunden. Vielleicht war das aber auch ein SM-Ohrhaarentfernungsstudio, es tut höllisch weh und die Leute auf dem Stuhl lächelten deshalb so selig. Bitte, mein Herr, brenne mir die Ohrhaare ab und mach es so, dass es richtig weh tut…. Man weiß es nicht und ich noch weniger.

Ich habe tatsächlich zwei Nasenhaarschneider, wovon ich einen zum Ohrhaarschneiden zweckentfremdet habe. Einen für beides war mir zu wenig; wobei ich beide natürlich nach jedem Gebrauch gründlich reinige – es wäre also ok, drei Tage nach der Ohrwildwuchsentfernung das Gerät zum Durchforsten des Nasenhaardschungels zu benutzen, denn: das Gerät wäre in einem astreinen, gepflegten Zustand, aber zu wissen, dass es vorher in diversen (in meinem Fall zwei) Ohren gewütet hat… das ist so ähnlich wie bei Fieberthermometern – also den traditionellen auf Quecksilberbasis, nicht den neuen High-Tech-Dinger, die man nur in die Nähe legen muss und sie messen Temperatur, Fruchtbarkeit und Blutzuckerspiegel aller Personen im Umkreis von drei Metern. Die Old-School-Thermometer hat man erstmal geschüttelt, damit das Quecksilber sich am Boden sammelte. Dann wurde der Thermometer platziert. Entweder unter die Zunge oder unter den Arm, was bei Erwachsenen wohl ganz gut funktionierte. Bei kleinen Kindern wars dann an komplett anderer Stelle.
Nun hatte man als Erwachsener mit Kleinkindern im häuslichen Umfeld nur ein Thermometer im Badezimmerschrank. Für alle. Dann ist die Überlegung schon, ob man sich das unter die Zunge legt… die Alternative wäre, die Kleinkind-Variante zu nehmen. Schwere Entscheidung. Ich hab das Ding dann immer dick in Toilettenpapier gewickelt und unter den Arm geklemmt. Bis zur Entwicklung der Ohrmessthermometer hatte ich nie Fieber – zumindest kein messbares.

Ich komme darauf, weil ich letztens beim Einkaufen einen Mann vor mir hatte, der von Ohrhaartrimmen offensichtlich noch nie gehört hat (wie auch: durch diese Haarpracht drang kein Ton) und am gleichen Abend kam ein Film, in dem ein Feuerwerfer zum Einsatz kam… und irgendwie fielen mir da die türkischen Frisöre und ihre Serviceleistungen ein. Manchmal denkt man eben verschwurbelt und absurd. Also andere. Ich ja nie.

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Lächeln, Brüste und X-Men-Vollkornbrot

Heute mittag im großen Supermarkt einkaufen gewesen und prompt von einer sehr jungen Frau angelächelt worden. Auch wenn man es im ersten Moment vielleicht nicht glaubt, aber ich bin schüchtern und habe den Blick gesenkt und auf die Brüste gestarrt… sie fragte: „Guten Tag, was darf es sein?“ und ich sagte: „Auf jeden Fall Brüste. Also die hier“ und deutete auf das Fleisch in der Auslage, das ich schon die ganze Zeit anstarrte. Nun schaffte ich es auch endlich, den Blick zu heben. Sie lächelte weiterhin und hatte wirklich schöne Augen. War halt nur keine Sie, sondern ein sehr junger Mann mit einer eher weiblichen Stimme und einem androgynen Wesen. Immerhin hatte ich mich für die richtigen Brüste entschieden: an den Hähnchen war bedeutend mehr dran.

Ansonsten habe ich diesmal erstaunlich wenig vergessen. Ich war sogar in der Haushaltswarenabteilung, um zu schauen, ob die Bügelbrettersatzauflagen haben (und ob da auch der Spruch und die Nummer zur Service-Hotline draufstehen). Sie haben solche Auflagen, aber der Spruch stand nicht drauf – obwohl sogar die Hightech-Auflagen von Leifheit in den Niederlanden und somit wahrscheinlich im gleichen Werk wie die vom Markt hergestellt wurden. Man geht also davon aus, dass der Leifheit-Kunde des Überziehens mächtig ist, was ein gefährliches Denken ist, denn wüsste der Leifheit-Kunde, wie Überziehen korrekt vonstatten geht, hätte sie/er eventuell weniger zu bügeln und bräuchte keine Hightech-Auflage. Andererseits gilt auch hier wieder: solche Leute möchte man nicht in der Service-Hotline haben. Das könnte zu einer Grundsatzdiskussion ausarten, die auch persönliche und/oder religiöse Bereiche tangiert und das kann niemand wollen. Fehlte dieser Welt gerade noch: die Bügelbrettersatzauflagen-Kriege im Jahre 2017/18. Wäre mir peinlich, wenn so ein Krieg in meinen Lebenszyklus fiele.
Vergessen habe ich aber tatsächlich „Leicht & Cross“, und diese Vollkornbrotboxen, gefüllt mit jeweils zwei Scheiben einzelverpackten Vollkornbrotscheiben verschiedenster Machart. Wobei „Zwei Scheiben einzelverpackt“ ja auch irgendwie Unsinn ist, aber wie heißt das sonst? Es sind jedenfalls immer zwei Scheiben zusammen eingepackt und tummeln sich dann im Duett mit vielen anderen Doppel-Scheiben in einem großen Karton. Da sind dann „Sonnenkorn“, neben „Roggen“, „Leinsamen“ und so weiter in einer großen Box.
Hm. Wahrscheinlich hatte man Angst, dass es zu einer ungewollten Mutation kommt, wenn die alle offen in einer Verpackung zusammen sind. Sonnenroggen, Pumpersamen, Leinkorn und solche Kandidaten. Die X-Men unter den Vollkornbroten. Deshalb wurde alles sortenrein voneinander getrennt verpackt und gelagert. Das wiederum hat was von Rassentrennung und das kann ich natürlich keinesfalls gutheißen. Anderseits… X-Men-Vollkornbrot… bei meinem Glück erwische ich die Sorte, die zu Marmor mutiert ist…
Ich schreibe morgen einen Brief an die Vollkornbrotrechtsorganistation. Die sollen sich der Sache mal annehmen.

Bis dahin erfreue ich mich der Tatsache, dass ich nach der Aktion an der Fleischtheke nochmal angelächelt wurde. Diesmal war es an der Dame, mich die ganze Zeit anzustarren.
Das ist aber wohl so, dass einem das bei Schaufensterpuppen so vorkommt, als würden ihre Blicke einen verfolgen…

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Kürbisse

Kürbisse. Sie haben kein einfaches Leben, seit es einen Präsidenten gibt, der aussieht wie sie und auch geistig auf einem gleichen Level weilt und auch vorher war der Kürbis nicht unbedingt auf dem Olymp der Gemüse. Er hat ja auch nur eine kurze Schaffensperiode; dass die ausgerechnet auf die Zeit rund um Halloween fällt, ist doppelt doof. So kommen nun also die Leute, rammen dem armen Kürbis ein Messer in den Kopf, höhlen ihn aus und als wäre das noch nicht genug, werden auch noch Augen, Mund und Nase in den verbliebenen Rest des Kürbisses geschlitzt und – die Perversion nimmt kein Ende – eine Kerze hineingestellt, damit auch jeder sieht, was dem armen Ding angetan wurde. So steht die Kürbisleiche makaber illuminiert auf der Straße und zeigt der Welt ihr grotesk entstelltes Äußeres. Furchtbar.

Dann gibt es da noch die sogenannten „Zierkürbisse“. Die haben Pickel, Ausbuchtungen, Wucherungen… der feuchte Traum eines jeden Hautarztes… wäre es ein Mensch. Sind ja aber nur Kürbisse. „Zierkürbisse“. Zier ist hier der blanke Hohn und weil man die kleinen Dinger nicht aushöhlen kann (wie will man den Schmodder aus all diesen Furchen kriegen?), wird das hässliche Etwas direkt auf die Anrichte, den Küchenschrank oder – soll ja jeder sehen, wie übel das ist – direkt auf den Wohnzimmertisch. So sitzt man dann da, blickt mitleidig auf den „Zierkürbis“ und hofft, dass er die Blicke nicht wahrnimmt – aber alle schauen. Von jeder Seite. Der Kürbis kann die nicht vorhandenen Augen gar nicht so sehr verschließen, wie es nötig wäre, um die Schmach zu verdrängen. Und insgeheim wünscht er sich, er wäre wie sein Cousin. So ein großer oranger Kürbis. Ein kurzer Schnitt am Kopf und den ganzen anderen Mist mit Aushöhlen und Kerze und so kriegt man gar nicht mehr mit…

Und wie es der Zufall so will, kommt in dem Moment eine WhatsApp von seinem Cousin aus Japan: „Hi, ich bin es, Hokkaido. Bin gerade auf einer Kreuzfahrt in einem Frachter nach Europa. Vielleicht sehen wir uns. Wäre super. Lass schon mal heißes Wasser ein. Mit einem Schuss Kürbiskernöl.“

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Bürokratrie meets Evolution

Heute der finale Tag: der berühmte Sauerkrautmarkt geht langsam zu Ende und die Spiele ruhen bis zum nächsten Jahr. Am heutigen Montag war nochmal so ein richtiger Markttag und es wurden Dinge feilgeboten, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren. Bügelbrettbezüge zum Beispiel. Ich dachte immer, so ein Bügelbrett kommt am Stück und wird gekauft wie gesehen. Dass der Bezug austauschbar ist, wäre mir nie eingefallen (so schnell outet man sich als Nichtbügler), ist er aber.
Diese Austauschbezüge sind übrigens auffallend hässlich und ich wollte den Verkäufer schon fragen, wie man denn drauf sein muss, sich solche Dessin-Auswüchse crackrauchender Möchtegerndesigner mit soziopathischen Grundzügen und akuter Dehydration käuflich zu erwerben, als ich D. (D. heißt natürlich nicht wirklich D., aber ich glaube, die würde nicht wollen, dass ich hier Daniela schreibe, also nenne ich sie mal D.) sah, die sich gerade eine dieser wirklich sehr schönen Bezüge kaufte.

Auf der Plastikverpackung des Bügelbrettaustauschbezugs mit dem Dessin eines im tiefen Wald in der Ukraine versteckten Sanatorium für die wirklich unheilbar geistig Kranken inhaftierten wirklich unheilbaren geistig Kranken gestalteten (wer es bis hierher geschafft hat: Glückwunsch! Sie haben einen Kurztrip zu einem in einem tiefen Wald in der Ukraine versteckten Sanatorium für die wirklich geistig Kranken gewonnen. Nur Hinfahrt) standen viele Werbesprüche wie „Toller Bügelbrettaustauschbezug“, „Einfache Handhabung“, „Für alle gängigen Größen“ und so weiter. Und im Kleingedruckten stand noch, dass man im Falle von Problemen beim Aufziehen des „für alle gängige Größen“ und „einfach handhabbaren“ Bügelbrettaustauschbezugs die Servicehotline anrufen könne und zwar zum sensationellen Preis von 42Ct/min. (Erreichbar von 9-17 Uhr).
Mal angenommen, man kauft sich ein Bügelbrettaustauschbezug mit fragwürdigem Dessin, steht vor dem Bügelbrett mit dem alten ranzigen Bezug und fragt sich, wie man nun den alten Bezug weg und den neuen drauf bekommt und weiterhin angenommen, man stößt dabei auf nennenswerte Problem – Probleme, die es nötig machen, die Bügelbrettaustauschhotline anzurufen… also wenn das mal passiert… wäre es da nicht mal zu hinterfragen, warum diese Leute mit einem Gerät herumhantieren dürfen, dass heiß wird, wenn man es ans Stromnetz anschließt und einschaltet?
Ginge es nach Darwin, wäre es ok, aber diese Bügelbrettbezüge sind aus schwer brennbarem Material und entsprechend gering ist der Lerneffekt. Bürokratrie meets Evolution.

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Bei mir ist alles Natur

Junge Mädchen und extrovertierte männliche Youtuber (aka „Mädchen“) färben sich die Haare grau, finden das total cool und sehen dabei sehr seltsam aus. Und ich? Ich juble und feiere diesen Trend, denn: ohne auch nur den Hauch Ahnung zu haben bin ich total in. Weder L’Oreal, Wella oder Schwarzkopf haben dazu beigetragen, dass ich diese neue Trendfarbe trage – das war einzig allein ich, diverse Jobs, einige Frauen und der Sohnemann – aber keine Chemie. Also keine, die man hier öffentlich nennen sollte.

Schwarzkopf als Markenname für ein Haarfärbeprodukt ist ja auch irgendwie – sagen wir einseitig. Gibt ja auch andere Farben, die die im Sortiment haben und ich gehe auch davon aus, dass diese Haarfärbemittel nicht nur dunkelhäutige Menschen gedacht waren. Da hat wahrscheinlich das Marketingteam nicht weit genug gedacht, als sie dereinst neben Marmelade der Marke „Schwartau“ auch Pflegeprodukte auf den Markt bringen wollten und das „au“ am Ende durch ein „zkopf“ ersetzten. Keine Ahnung, wer auf diese Idee kam – clever war das nicht, wie sich jetzt herausstellt.

Wie gesagt: ich brauche das nicht, bei mir ist alles Natur. Helle, steingraue Natur. Wie bei den jungen Gören, nur dass die komisch riechen. Ok, ich vielleicht auch, aber auch hier gilt: das ist alles Natur!

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Bad putzen – die elfte oder zwölfte biblische Plage

Zehn ist eine tolle Zahl. Sie kommt direkt nach der Neun und läutet die Elf quasi ein. Es ist die erste der zweistelligen Zahlen, sieht aus wie der Anfang von irgendwas Binärem, aber ätschibätch, dem ist nicht so und gerade ist die Zehn auch noch. Großartig. Was will man mehr. Und weil die Zehn eine so wunderschöne Zahl ist, hat man sie als perfekt zur Nummerierung der biblischen Plagen angesehen. Und sie wird gerne für Ratings bei diversen RTL-Sendungen („Die zehn besten/schnellsten/heftigsten/schönsten/emotionalsten/…) genommen – was den biblischen Plagen in nichts nachsteht. Genau genommen müssten diese RTL-Sendungen Teil der zehn biblischen Plagen sein, aber irgendwie waren Stechmücken dann doch releavanter.

Auch nicht in die Top Ten der biblischen Plagen hat es „die Frau“ geschafft. Da hatten sie immer große Klappen, die Bibelschreiber, aber als jeweiligen Frauen dann lasen, dass auch sie Teil davon waren, gab es ein paar auf die Ohren, Sexentzug und wochenlang nur vegetarische Kost und schwupp war „Finsternis“ plötzlich eine Plage und „die Frau“ völlig unbehelligt (super Wortspiel übrigens. Unbehelligt! Un-be-hell-igt. Unbehelligt. Finsternis. Und so. Seufz. Mein ja nur).
Das war vielleicht nicht die feine englische Art der Finsternis gegenüber, die zwar so emo-mäßig düster rüberkommt, aber Plage,… egal. Frauen würde ich ja auch nicht per se als Plage bezeichnen, aber gewöhnungsbedürftig sind sie schon. Das birgt Hoffnung. Vielleicht gewöhne ich mich irgendwann dran. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen ist so um 72 – da hätte ich noch ein bisschen Zeit zum dran gewöhnen… zum Beispiel an so Sachen wie das hier:

Entspanntes Szenario. Man(n) krault der Dame genüsslich über den Rücken, plötzlich vermeldet sie Durst. Man holt etwas zu trinken, krault weiter, es folgt zufriedenes Schnurren und Genießen. Dann plötzlich: die Dame muss mal Pipi. Sie kommt zurück, man krault weiter. Nach einer Weile verspürt die Dame Hunger, man(n) unterbricht das Kraulen und kocht schnell ein zehngängiges 5-Sterne-Menu bringt einen Teller mit dem besten, was der der Kühlschrank auf die Schnelle zu bieten hat. Sie futtert voller Inbrunst, während man(n) weiterkrault, sie hat plötzlich den Drang…

Laut Sherlock Holmes gibt es hier ein Muster und zwar Folgendes: auf Tat erfolgt Reaktion – ABER – mit nicht in direkter Reihenfolge. Siehe hier:

1. Kraulen
2. Durst
3. Schnurren (Reaktion auf 1.)
4. Pipi (Reaktion auf 2.)
5. Hunger
6. Kraulen
7. … Reaktion auf 5.

 

Wenn es dann noch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder sonstige Problemen in der Richtung gibt, kommt noch eine zwölfte Plage hinzu. Wundert mich eh, dass es „Bad putzen“ nicht unter die Top Ten geschafft hat…

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Halloween, osteuropäische Einbrecher, Werthers Echte und überhaupt…

Woran man merkt, dass man zu wenig schläft und überhaupt mal kürzer treten sollte? Zum Beispiel wenn man in der Stadt in eine Kneipe geht, um einen Kaffee zu trinken und den ersten Preis beim Halloween-Kostüm-Wettbewerb gewinnt. Ohne Kostüm. Ok, man sollte im Zuge dessen vielleicht auch seinen Geschmack bezüglich Kleidung hinterfragen, aber hey: 100 Euro! Und ein formschöner Pokal! Was will man mehr. Die Hexe hinter der Theke war auch ganz hin und weg von mir, aber als ich bemerkt habe, dass dass das gar keine Maske ist, habe ich mich dann doch der Avancen erwehrt. Vielen Dank an Lavazza für seinen Espresso. Bei Paulaner und seinem Hefeweizen hätte das auch anders ausgehen können und schwupp wäre Halloween um einen Schreck am Morgen erweitert worden.

Um die Horden von minderjährigen Süßigkeitenjunkies abzuhalten, habe ich übrigens den Rolladen beim Fenster zur Straße runtergelassen und das Licht im Wohnzimmer gedimmt. Sieht also so aus, als wäre niemand da. Nun muss ich stattdessen die Horden an rumänischen und bulgarischen Einbrecherbanden abwehren, die im Garten Schlange stehen, weil sie wegen dem geschlossenen Rolladen beim Fenster zu Straße und dem gedimmten Licht davon ausgehen, dass niemand da ist. Stimmt aber nicht: ich bin da und bewerfe die Eindringlinge mit den knochenharten Bonbons vom letzten Jahr, die ich den klingenden Halloween-Kindern vorenthalten möchte.
Irgendwie stimmt hier beim Ablauf was nicht, oder? Komme nur nicht so recht dahinter, was falsch läuft. Vielleicht sollte man die osteuropäischen Einbrecher verkleiden und zum Süßigkeitensammeln von Tür zu Tür schicken, während Kinderbanden versuchen, mit ihrem Playmobilwerkzeug Terrassentüren aufzuhebeln? Damit wäre allen geholfen. Die Zahl der Einbrüche ginge wahrscheinlich beträchtlich zurück und osteuropäische Einbrecher würden sicher sensibel, wenn nicht sogar ängstlich auf eine Handvoll Werthers Echte reagieren, nachdem sie die Jahre davor mehrfach mit diesen knochenharten Zuckerklumpen attackiert wurden.

Eine andere Möglichkeit wären natürlich, den osteuropäischen Einbrechern die Horden an bettelnden Halloweenkindern zu geben. Oder umgekehrt. Wenn man die osteuropäischen Einbrecher mit Zucker einreibt, haben die Kinder das Süße, was sie wollen und den Kiddies jeweils 5 Euro in die Tasche gesteckt, schon sind die schweren Jungs zufrieden. Problem gelöst, alle glücklich und ich kann meine Türklingel wieder einschalten. Theoretisch…. Die Kids überreden, dass sie sich die 5 Euro einstecken sollen, die ich ihnen gebe: kein Problem. Ich weiß allerdings nicht, wie ein osteuropäischer Einbrecher reagiert, wenn ich ihn mit Zucker einreibe…
Naja, was soll schon passieren. Eigentlich kann man das doch kaum falsch verstehen, wenn ein fremder Mann mit einer Zuckerdose vor einem steht und gedenkt, einem den Zucker einzumassieren. Wer kennt das nicht. Klar, im ersten Moment erschrickt man ob der Zuckerdose. Könnte ja auch Mehl oder sowas sein, aber letztendlich erkennt man doch recht schnell, dass es Zucker ist und man beruhigt sich.

Ist ja nun noch ein Jahr bis zum nächsten Halloween. Bis dahin werde ich das Ganze nochmal überdenken und perfektionieren. Für heute bleibt mir dann nur noch das Werfen osteuropäischer Einbrecher auf die Halloween-Kinder. Ist gar nicht so einfach, aber Dank der Massen an Werthers Echte, die ich den ganzen Abend vor mich hinlutsche, habe ich genug Energie für diesen Kraftakt.

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Kinder – dieses undankbare Pack

Am Freitag kommen die Winterreifen drauf und das ist verdammt früh. Zumindest für meine Verhältnisse. Normalerweise fällt mir die Sache mit den Winterreifen ein, wenn der Schnee schon kniehoch liegt und man aufpassen muss, dass man keine Pinguine überfährt, die hypnotisiert vom Fernlicht auf der von schneebehangenem Bäumen gesäumten Straße stehen, die sie auf der Flucht vor dem Eisbärrudel zu überqueren gedachten. Dieses Jahr: keine Pinguine, kein Schnee, noch nicht mal eine frostige Nacht, aber ich hab schon einen Termin für Reifenwechsel. Unglaublich. Dieses Jahr scheint noch so einiges möglich zu sein. Geschenke rechtzeitig vor Weihnachten besorgen zum Beispiel und nicht in dieser armseligen Schlange an der Tanke wo die „Amazon“-Gutscheine mit horrendem Aufschlag unter der Hand verkauft werden mit all den anderen erbärmlichen Weihnachtsvergesser stehen, um sich eine Tafel „Ritter Sport Winteredition“ mit billig bedrucktem Geschenkpapier einpacken zu lassen („Könnten Sie noch ‚Für Mama‘ draufschreiben? Meine Schrift ist so scheiße“). Oder der Geburtstag vom Junior. Der ist auch bald und siehe da: ich denke dran. Vielleicht kommt es dieses Jahr also nicht zum üblichen „Schon wieder Reis? Ist das dein Ernst???“-Spruch beim Auspacken des Geburtstagsgeschenks – gepaart mit einem Blick der Ungläubigkeit, Enttäuschung und Verzweiflung auf eine so unglaubliche Art und Weise vereint. Aber was ist an Reis eigentlich so schlecht? Wie oft hatte ich schon Momente, in denen ich Reis gebraucht hätte, aber mir schenkt ja nie jemand welchen. Undankbare Jugend! Kids sollten grundsätzlich mal ein bisschen dankbarer sein; das gilt auch für Sohnemann. Er sollte zum Beispiel dankbar dafür sein, dass er Dank mir unter Schmerzen geboren wurde und dass es dazu kam, war auch für mich nicht einfach. Immerhin weiß ich seitdem, dass Tequila bei mir enorme Kopfschmerzen verursacht. Und Kinder. Also Finger weg von dem Teufelszeug. Sohnemann sollte insofern auch dankbar sein, wenn ich ihm das Glas aus der Hand schlage, sollte ich ihn jemals mit Tequila erwischen. Das hat Gründe und einer davon ist Kopfschmerz. Der zweite Grund führt früher oder später übrigens auch zu selbigem. Allerdings brauche ich mir bzgl. Tequila beim Junior keine Sorgen machen: sowohl Zitrone, wie auch Orange sind Früchte und somit vom Speiseplan verbannt. Wird dann also wohl eher Ouzo oder Sambucca bei ihm. Das ist ok. Davon kam es bisher nicht zu Kindern – zumindest keine, von denen ich wüsste, also Prost.
Die fehlende Dankbarkeit zeigt sich übrigens auch beim Essen. Da steht man stundenlang schnippelnd, kochend, dünstend, dampfgarend (sofern man einen Dampfgarer hat, was völlig unnötig ist) und jamieolivert sich einen ab und was ist der Dank? Bäh, schmeckt nicht. Keinen Hunger. Mag ich nicht… und das schon nach den ersten Bissen. Deshalb ist es wichtig, dass man zentral in die Mitte des Tellers spuckt, bevor man den Kindern das Essen hinstellt… ansonsten kriegen sie eventuell gar nichts davon ab.

Aber egal: ich bin jedenfalls überpünktlich und megaheftig im Zeitplan dieses Jahr – es ist nicht zu fassen. Womöglich kriege ich diesmal sogar mit einem Kürbis zu Halloween hin. Wer weiß.

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Sauerkrautmarkt und ein ernstes Gespräch

Kaum ist dieses Wochenende in den letzten Zügen, ist der Blick schon auf das kommende gerichtet, denn das ist ein besonderes. Nächstes Wochenende findet der alljährliche Sauerkrautmarkt statt – ein Ereignis, auf das man sich irgendwie das ganze Jahr über freut.
Nichtortsansässigen den Markt zu erklären ist ein bisschen schwer, denn so richtig einordnen lässt er sich nicht. Er ist nicht wie ein typisches Straßenfest – dafür ist die Jahreszeit unpassend. Ein reiner Krämermarkt ist es auch nicht, obwohl es die typischen Krämermarktdinge zu kaufen gibt. Es ist ein sehr großer Markt und zieht besonders am Sonntag viele Menschen von überall her an. Samstag und Montag gehört dafür weitestgehend den Leuten aus dem Ort (plus Nachbargemeinden). Man geht mit Freunden essen, danach noch etwas trinken, schlendert durch die Hauptstraße, usw. Natürlich kann passieren, dass es etwas ausartet, man länger bleibt als geplant, man ein Bierchen zuviel hat, Unsinn erzählt – gerne auch völlig Fremden, tanzt, eventuell an einer Stange und vielleicht ist das Partyzelt völlig überheizt und es wird einem warm… kennt man ja alles.

Sohnemann kommt ja nun auch in das Alter, wo am Markt andere Dinge als Autoscooter und Berg- und Talbahn interessant sind. Die Tage hatte ich ein ernstes Gespräch mit ihm. Es ging um Alkohol und die Folgen, dass Kiffen nicht so gut, aber auch nicht ganz dolle schlimm ist, es aber nicht ständig sein sollte. Dass aber sowohl das eine, wie auch das andere in letzter Zeit doch überhand nimmt und dass ständig irgendwelche anderen Mädels hier auftauchen, ist auch eher suspekt. Es ging um Moral, Anstand, gesundheitliche Aspekte und und und. Wie gesagt, ein ernstes, ein anstrengendes Gespräch, aber auch so etwas muss anscheinend hin und wieder einfach mal sein. War letztendlich auch ok. Ich habe ihm versprochen, dass ich mich zukünftig ein bisschen zurückhalten werde.

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