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Kleine Schmetterlinge mit fliederblauen Flügeln

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Als ich in den letzten Tagen laufen war (das ist der relevante Punkt, worum es hier eigentlich geht. Ich wollte einen Weg finden, um elegant, aber nicht aufdringlich darauf hinzuweisen, dass ich mich sportlich betätigt habe in den letzten Tagen. Und das sogar mehrfach. Man kann sowas ja aufdringlich in die Welt posaunen, wie zB. so ein Influencer: aufgehübschte Bilder, wo ein einzelner Schweißtropen über die makellos reine Wangenhaut perlt und dabei im Sonnenlicht funkelt, während man einen Rasenmäher hinter sich herzieht auf Instagram posten, dazu ein sinniger Spruch wie „Was für ein Wetter, das muss man doch gleich mal für einen coolen Lauf in der freien Natur nutzen (genau wie in den letzten Tagen). Geht es Euch beim Laufen auch immer so auf die Nerven (wie mir in den letzten Tagen, wo ich laufen war), wenn am Wegesrand einzelne Grasbüschel stehen? Ich mag das gar nicht. Deshalb habe ich immer meinen total nicen Gardena-Rasenmäher dabei. Der läuft ja mit Akku und so bin ich immer bereit, wenn ich an so einem widerlichen Gewächs vorbeikomme (was mir in den letzten Tag öfter mal passiert war. Da war ich nämlich laufen) #gardena #akkurasenmäher #bezahltewerbung #laufen #mehrmals #dieletztentage“. Ich bin aber kein Influencer, deshalb kein Instagram, dafür dieser Text) fielen mir unterwegs die vielen Schmetterlinge auf, die sich – hauptsächlich im Wald – tummeln und fröhlich herumflattern. Ich bin kein Schmetterologe, kenne mich also mit diesen Tieren nicht sonderlich gut aus, aber muss man ja auch nicht, um zu erkennen, dass es hübsche Tiere sind. Vor allem, wenn man weiß (und das weiß man auch ohne Schmetterologie studiert zu haben), was für hässliche Viecher das vorher waren. Das ist quasi wie bei Mickey Rourke – nur umgekehrt.

Ich habe viele verschiedene Schmetterlinge im Wald gesehen. In den letzten Tagen. In denen ich laufen war. Orange mit dunklen Pünktchenmuster, die Batik-Modelle mit greller Optik usw. usf. Aber am häufigsten waren es kleine Schmetterlinge mit simplen, fliederfarbenen Flügeln. Ganz bezaubernde, filigrane Wesen, die grazil mal hier, mal dorthin flatterten. Ihre Anmut, wenn sie mit jedem Flügelschlag wie kleine Feen durch die Luft schwebten, ließ sie wie Besucher aus einer fremden, zauberhaften Welt erscheinen. Einer Welt, die wunderschön sein muss, wenn sie solche Geschöpfe beherbergt. Eine Welt voller bunter Farben und Glitzer überall. Einer Welt, in der es allerdings auch ganz seltsam riechen muss, denn wer diese blauen Flatterdinger sehen möchte, mache sich am Besten auf die Suche, nach einem großen und möglichst frischen Haufen Scheiße. Darauf scheinen die nämlich zu stehen. Je größer und gehaltvoller der Haufen, desto mehr von den Teilen. Also immer der Nase nach, dann finden Sie sie schon. Ich werde das aber nochmal verifizieren, falls ich in den nächsten Tagen wieder laufen gehen sollte. So wie ich das in den letzten Tagen getan habe. Mehrfach.

Baiju, Himmelslaternen und Novembernächte in der Ferne

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November 2019.

Ach, wie schön, denkt sich E. Sie sieht ihre beiden Töchter in der letzten Zeit so selten. Klar, die haben beide ihre eigenen Leben mit Mann und Kindern und Job. Umso mehr genießt E. deshalb die gemeinsame Reise, die sie von ihren Mädchen (sie nennt sie noch Mädchen, obwohl es natürlich schon Frauen sind. Es werden trotzdem immer ihre Mädchen bleiben) zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Ein teures Geschenk, aber M., die Große verdient ja sehr gut als Head of Human Resources bei diesem amerikanischen Unternehmen und der Mann von C. scheint es auch gut zu laufen mit den Immobilien – wobei die Arbeit wohl zeitintensiv ist, weshalb er C. eine gewissen finanzielle Freiheit gönnt.

Sie sitzen am Ufer des Flusses und genießen die kühle Luft. Die kleinen Schlückchen Baiju wärmen von ihnen, während sie warm eingepackt die untergehende Sonne beobachten. Plötzlich holt C. etwas aus ihrer Tasche. Zur Feier des Tages, meint sie. Weil es so eine schöne Zeit sei und sie gelesen habe, es würde Glück bringen, wenn man das Glück in diesen Momenten in den Himmel schickt, war es für sie ein Wink des Schicksals, als sie heute beim Bummel durch die Stadt diese Himmelslaterne gesehen habe. Sie kaufte sie.

Von Himmelslaternen hat E. noch nie gehört. Für sie sieht das wie ein kleiner Flugballon aus und eigentlich ist es auch genau das. C. entzündet ein kleines Feuer in dem Behälter unter dem Ballon, die Luft darin wird erwärmt und die Laterne steigt gemächlich nach oben.

Ob das schlimm sei, dass der Wind die Laterne Richtung Stadt wehe, fragt M. Nein, das sei nicht schlimm. Die Laterne wird irgendwann langsam zu Boden sinken, nachdem das Feuer aus sei und die Luft im Ballon sich abkühle… was bestimmt auch so passiert wäre, aber es ist kalt in dieser Nacht in Wuhan, die Luft konnte sich nicht so sehr erwärmen, wie für eine ordentliche Flughöhe nötig gewesen wäre und die Laterne fliegt deshalb nicht hoch und in die Ferne, sondern über bewohntes Gebiet der Stadt.

So langsam wird auch C. klar, dass hier etwas gehörig daneben geht, aber sie weiß nicht, was sie tun soll. Die Laterne ist schon weit weg. Sie sieht in die ratlosen Gesichter ihrer Mutter und ihrer Schwester, denen auch nicht klar wird, was hier gerade passiert. Schnell werfen sie die Plastikgläser und die Flasche mit dem kleinen Rest Baiju in den Müll und laufen in Richtung der Laterne.

Sie kommen zu spät. Durch den trockenen Herbst war das ohnehin spröde Holz, aus dem die riesige Markthalle gebaut anfällig für das Feuer des Ballons, das noch heiß und heftig brannte. Die Flammen des brennenden Marktes sind bis weit ins Hinterland zu sehen, das Schreien und Kreischen der Tiere, die von den Händlern über Nacht zurückgelassen wurden, um am nächsten Morgen wieder frisch für die Kundschaft geschlachtet zu werden, ist eine Kakophonie von Leid. Krächzende Pangoline, das Geräusch, der wegen der Hitze berstenden Schlangenkörper, das für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Jaulen der Fledermäuse.

E. sieht die Panik in den Augen ihrer Kinder und spürt, wie genau diese Panik sich in ihr selbst ausbreitet. Was haben sie getan? Die Flammen werden immer mehr, eine gewaltige Rauchwolke schiebt sich in den Himmel, der Geruch nach verbranntem Fleisch hängt in der Luft, vermischt mit dem beißenden Gestank der verbrannten Kühlschränke, elektrischen Leitungen und den Millionen von Plastiktüten, die dort überall hingen.

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Die Untersuchungen rund um die abgebrannte Markthalle dauerten Wochen. Das Ergebnis war, dass tatsächlich die Himmelslaterne der drei Frauen den verheerenden Brand verursacht hatten. Die chinesische Regierung stimmte zu, dass den Verursachern in Deutschland der Prozess wegen dieser Tragödie gemacht wird. Die Verhandlung dauert an.

Bei dem Brand kam der gesamte Tierbestand der noch lebenden Tiere in der Halle ums Leben. Darunter auch einige Fledermäuse, die ein Händler im hinteren Bereich feilbot. Er hatte sie vor ein paar Tagen günstig im Hinterland erstanden und hoffte, sie hier für einen akzeptablen Preis verkaufen zu können. Ein paar Tage vor dem Brand hatte es leider nicht geklappt und die Tiere hatten schon angefangen, sich gegenseitig zu attackieren. Und jetzt waren sie weg. Verbrannt. Was gut war, denn sie hatten einen neuartigen Virus in sich, der sehr gefährlich für die Menschheit geworden wäre. Nun waren die Fledermäuse weg und mit ihnen der Virus. E. und M. und C. sei Dank.

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Das wäre zu schön gewesen. Leider waren die drei Damen nicht in China, sondern an Silvester in Krefeld, wo sie zwar die gleiche Idee bezüglich Himmelslaterne hatten, aber statt virusübertragenden Fledermäusen viel zu viele Affen abgefackelt haben. Aber wer weiß: vielleicht schlummerte in diesen Affen ein ebenso fieser Virus, der sich via Bananenschalen, die zum Düngen für Linsenpflanzen verwendet werden verbreitet. Der Virus ist dann in den Linsen, wird bei Trocknung zwar abgeschwächt, aber beim Quellen und Kochen wieder aktiviert und ist dann gefährlich für den Menschen. Nicht in kleinen Dosen, aber beim übermäßigen Verzehr, wo sich der Virus dann im Gehirn anreichert und schwupp wird aus einem veganen Koch ein Kämpfer für die Freiheit im Untergrund.

Wie sich zeigt, haben uns E. und M. und C. auch davor nicht bewahrt – oder sie waren einfach zu spät. So oder so gilt: Finger weg von diesen bescheuerten Himmelslaternen! Und Fledermäusen.

Runter mit der Wolle

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Seit gestern gibt es weitere Lockerungen und eine davon betrifft Frisörinnen und Frisöre: sie dürfen wieder öffnen. Gott sei Dank! Endlich! Das wurde aber auch Zeit! Systemrelevant! Aber sowas von!

Wahrscheinlich wird es auch für die Frisörinnen und Frisöre nicht einfach nach all der Zeit. Es kommen Menschen mit Haaren, die sie weder aus der Ausbildung, noch aus den vielen Jahren Berufserfahrung kennen. Da ist es mit dem üblichen Werkzeug nicht getan. Wahrscheinlich kommt die Stihl Kettensäge zum Einsatz, um den gröbsten Wildwuchs mal wegzufräsen, anschließend mit der Machete die ungefähre Richtung der finalen Frisur vorsäbeln. Im Nebenzimmer füllt der Azubi den Kärcher Dampfstrahler neu mit Haarfärbemittel auf, während das sonore Brummen, des Notstromaggregats im Garten zu hören ist, weil das Stromnetz unter der Last der vielen Trockenhauben zusammenbrechen würde.

Ich werde das vor Ort überprüfen: für Ende Mai habe ich einen Termin bekommen.

Und irgendwann wird man LKWs durch Deutschland fahren sehen, die gewaltige Rollen transportieren. Auf den ersten Blick sieht es aus wie gewaltige Toilettenpapierrollen und man wird sich an die Anfangszeit von Corona erinnern, als es nirgends Klopapier gab. Tatsächlich sind es aber riesige Mengen an Baumwollbahnen, die auf den Anhängern liegen. Und man wundert sich.

Es werden auch viele, sehr viele Tanklaster unterwegs sein, aber in den Tanks werden weder Öl, Benzin, noch Lebensmittel wie Milch oder ähnliches transportiert: Diese Wagen sind prall gefüllt mit flüssigem Wachs.

Das wird die Zeit sein, wenn auch die Intimfrisöre und Waxing-Studios wieder aufmachen dürfen.

Wenn die Gondeln Trauer tragen

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Ab und zu sollte man sich auch mal etwas Kultur gönnen. Das war bei mir gestern mal wieder der Fall – hauptsächlich deshalb, weil in meiner Amazon Prime Watchlist schon seit Monaten „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ vor sich hinvegetiert und ich zum einen Angst habe, dass der bald aus dem Programm geworfen wird und zum anderen mein schlechtes Gewissen, dass mir irgendwelche Stand-Up-Comedys und Serien über einen alternden Raumschiff-Kapitän wichtiger sind, als ein Klassiker der Kinogeschichte. Und das ist „Wenn die Gondeln Trauer tragen“; immerhin sagt der Titel sogar mir was und Donald Sutherland spielt mit und überhaupt. Fehlt eigentlich nur noch ein Soundtrack von Mancini, aber dem ist wohl nicht so.

Der Film ist schon was älter. Aus dem Jahr 1973, um genau zu sein, was „was älter“ schon mal auf eine ganz andere Ebene hievt. Tatsächlich ist er also alt und das merkt man ihm auch an. Schon die ersten Sequenzen machen klar, dass LSD damals durchaus noch ein Thema war und Rauchen war ohnehin nicht nur geduldet, sondern schon fast ein Muss. Wenn jemand nicht rauchte, machte es die Person gleich mal verdächtig und ein unsichtbares „Mörder“ klebte fortan auf der Stirn. Bei „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ wird eifrig geraucht. Und düster vor sich hingelebt. Die Story ist eigentlich schnell erzählt: ein Paar in England verliert die Tochter (sie ertrinkt, aber weil ständig so ein Ball rumschwimmt und viel mit der Farbe „Rot“ gearbeitet wird, habe ich die ganze Zeit auf den Horror-Clown gewartet. Kam aber nicht. Kein Wunder: ES war zu dem Zeitpunkt weder geschrieben, geschweige denn verfilmt), lebt und arbeitet später in Venedig, wo Morde geschehen, eine blinde Frau und deren Schwester auftauchen, ein Hauch von Akte X und Geschichten aus der Gruft mischen sich in die Grundstimmung und immer wieder jemand in einer roten Jacke, wie das Mädchen, als es ertrank. Es passieren seltsame Dinge, man weiß nie so recht, was, wie, wo warum passiert und es ist einigermaßen spannend, aber auch verwirrend und eigentlich schaut man nur weiter, weil man wissen möchte, was das nun eigentlich Sache ist.

Das Material für Filmrollen scheint 1973 preislich im unteren Segment angesiedelt gewesen zu sein, weshalb man es sich erlauben konnte, sehr viel davon zu verwenden um das Rohmaterial für „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ zu drehen. Nun sind in dem Film einige hervorragende Schauspieler vertreten, aber trotzdem: um auf einen Gesamtfilmlänge von 105 Minuten zu kommen, braucht es schon ein paar Meter Filmrolle. Für eine Geschichte, die man auch locker in einer Episode von X-Faktor: Das Unfassbare unterbringen könnte, rechnet man da schon genauer, wenn die Rollen auf dem Preislevel von Toilettenpapier vor ein paar Wochen wäre.

Ich habe mir den Film bis zum Ende gegeben, obwohl der Drang meinetwegen als Kultur-Verweigerer, aber dafür weniger genervter Mensch durchs restliche Leben zu wandeln teilweise schon sehr erdrückend war. Ich hab also die ganzen 105 Minuten durchgehalten und ja: die GANZEN 105 Minuten, weil: nach 102 Minuten, als der eigentliche Film zu Ende war und der Abspann lief, war ich mir sicher, dass da noch was käme. Kommen musste! Tat es aber nicht.

Sagen wir mal so: mir tun die armen Leute leid, die den Film 1973 im Kino gesehen haben, denn damals gab es noch kein Internet und somit auch kein Wikipedia. Letzteres war nämlich die Seite, die ich nachdem auch nach 105 Minuten und somit dem Ende des Abspanns immer noch ein riesiges Fragenzeichen Dirk-Nowitzki-gleich – also sehr groß – über dem Fernseher, über meinem Kopf und irgendwie allgegenwärtig im Raum schwebte. Ein Fragezeichen, das Sinnbild war für eben jene Frage, die blieb, nämlich der Frage: Häh?

„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ bekam einige Preise, wurde für ein paar mehr nominiert, er zählt laut einer Umfrage zu einem der besten britischen Filme und es gibt Anspielungen auf diesen Film in anderen Filmen. Warum ist mir nicht so ganz klar. Vielleicht lag es am fehlenden LSD, vielleicht ist Kultur einfach nichts für mich, vielleicht liegts auch an der fremd anmutenden Ästethik dieser Zeit. Allerdings kam 1974, also nur ein Jahr später Emanuelle raus und den fand ich nicht übel.

Gefangen auf den Malediven

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Vorhin auf Spiegel Online gelesen, dass noch Hunderte Reisende auf den Malediven festsitzen. Die Ärmsten, das ist natürlich tragisch. Gefangen im Paradies. Da ist Lagerkoller vorprogrammiert. Man kann sich die dramatischen Szenen richtig vorstellen.

„Was gibts heute zu essen? Fisch? Schon wieder Fisch??? Ich kann keinen Fisch mehr sehen!“

„Beschissener Sonnenuntergang! Keiner will Dich sehen! Vom mir aus kannst Du den ganzen Tag hier bleiben, dämliche Sonne. Oder für immer wegbleiben. Mir egal!“

„Ohhhhrrrrrrr, regnet es auf dieser verkackten Insel eigentlich nie??? Immer nur Sonne, Sonne, Sonne. Wieso wachsen diese blöden Palmen eigentlich? Brauchen die keinen Regen? Was sind das für Palmen? Trockenpalmen, oder was? Und überhaupt… Palmen. Ich hasse Palmen!“

„Giesela, ich hasse Dich!“ „Ach, Bärchen, lass das doch nicht so an Dich ran, dass wir hier festsitzen.“ „Das hat damit nichts zu tun, ich hasse Dich auch so!“

„Da draußen springen schon wieder diese verfluchten Delfine im Meer rum. Die machen sich über uns lustig! Geht weg, ihr Mistviecher. Ihr seid doch auch nur schwule Haie!“

Und kaum hat man sich beruhigt, wird einem das Frühstück unter der Tür durchgeschoben. Es gibt Fisch…

Das ist alles nicht schön und anstrengend, aber auch wenn man das Pech hat, aktuell auf den Malediven zu sein und nicht weg kann, sollte man immer daran denken, dass andere noch schlimmer dran sind.

Irgendwo sitzt zum Beispiel ein junges Mädchen und starrt durchs Küchenfenster hinaus in die Freiheit, in die sie wegen Corona gerade nicht darf. Wie gerne würde sie sich mit Freundinnen treffen, ein bisschen quatschen, sich gemeinsam Schminktutorials bei YouTube anschauen und andere Jungemädchendinge tun. Geht aber nicht, weil sie in diesem Haus gefangen ist.

Eine schwitzige Hand legt sich auf ihre zarte Schulter und reißt sie jäh aus ihren Träumen.

„Was ist los, Mädchen? Ist Dir langweilig?“

„Ach, neee, hab nur das tolle Auto in der Auffahrt angeschaut, das ich Dir geschenkt habe.“

„Das war eine tolle Aktion. Schau ich mir immer wieder an und dann wird mir ganz warm ums Herz, weißt Du…“

Sie weiß, was jetzt kommt. Sie schließt die Augen und versucht zumindest halbherzig zu lächeln, als eine Stimme in ihr Ohr säuselt: „Genaugenommen ist mir jetzt auch schon wieder warm…. Dir nicht, Laura-Mäuschen?“
„Doch, mir auch, Michael. Und wie“, seufzt sie und folgt dem alten Mann mit dem schwarzgefärbten Haar Richtung Schlafzimmer. Eigentlich wäre der Virus ja für ihn gefährlicher als für sie, denkt sie, aber erschrickt dann doch über sich selbst. Aus dem Schlafzimmer hört sie ihn leise singen „Sie liebt den Diiiiiiiii Jaaaaaaayyyyy“… andererseits ….

Aber jetzt muss erstmal was wachsen

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Die ganze Prepper-Sache ging an mir vorbei. Ich hatte nie Unmengen an Nahrung in Dosen, Hefe oder Toilettenpapier in einem selbstgegrabenem Raum unter dem Garten deponiert und weil in Deutschland Schusswaffen auch nicht bei LIDL zu haben sind, habe ich im Gegensatz zu den richtig durchgeknallten Preppern in den USA auch keine nennenswerte Menge an Waffen hier im Haus. Bei der Hefe bin ich momentan ein bisschen neidisch, weil ich habe keine und werde somit in den nächsten Wochen kein Brot backen, was die nächsten Wochen nicht wirklich von den 80 Wochen davor unterscheidet. Gefühlt ist es aber tatsächlich ein Unterschied; der Drang ein Brot zu backen wächst mit jedem trockenhefelosen Einkauf.

Genauso wenig wie Prepper war ich je Planter. Keine Ahnung, ob es dieses Wort gibt, aber es geht darum, dass ich zwar Garten habe, aber solange der in relativ natürlichen Farben vor sich hinvegetiert, war bisher alles okay für mich. Ab und an hatte ich Hilfe und weiß nun grob, was man wachsen lassen kann und wo es Sinn macht, auch mal die Machete einzusetzen, aber grundsätzlich wäre ein Foto dieses Gartens ein chancenreicher Kandidat für das Foto an oberster Stelle beim Wikipedia-Eintrag zu „Wuchern“.

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass man da ja auch mal etwas Struktur reinbringen könnte, also das Prinzip „wuchern“ beibehalten, aber vielleicht mal mit sinnvollen Pflanzen. Oder Kräutern. Gemüse! Wieso nicht auch Gemüse. So kam es zum Einzug der Hochbeete, die es zwar hier schön haben, aber es noch zu früh ist, sie mit Pflanzgut zu bestücken, denn die Bezeichnung „Du Pflänzchen!“ kommt nicht von ungefähr und bezieht sich auf die namensgebenden Kleinform besagter Pflanze und die Pflänzchenhaftigkeit derselben, was zu einem grammatikalischen Teufelskreis führt, der – wahrscheinlich – schuld an all dem Drama gerade ist. Der HNO-Arzt aus Sinsheim bereitet bestimmt gerade ein Video dazu vor (Corona 43 wird’s wohl werden –  er ist ja so arg beschäftigt, der gute Mann, Retter der Welt und Gründungsmitglied einer neuen Partei. Derweil sterben rund um Sinsheim die Leute reihenweise an Heuschnupfen, weil der Facharzt für Schwindelanfälle für solche Kleinigkeiten keine Zeit mehr hat. Aber wie sagte schon Wendler: Egal).

Zu Anfang hatte ich noch ein ein „Frühbeet“ draußen, bzw. das habe ich immer noch, aber irgendwie klappt das nur so halb. Ich dachte, das geht um einiges schneller. Derweil warten die restlichen Pflanzensamen im Haus auf ihren Einsatz, der nicht kommt, weil die Hochbeetluschen nicht in die Hochbeetpuschen kommen. Also habe ich zusätzlich eine Indoor-Pflanzsession gestartet. Es sieht aus, wie in einer Kiffer-WG, wo jeder für den Eigenbedarf was anpflanzen möchte, nur ohne WG und dass es bei nicht Zucchini, Koriander, Basilikum und noch etwas ist, von dem der Zettel zu den Töpfchen verloren ging.

Stand jetzt haben wir also ein Wettrennen, wobei die Freizucht einen gewissen Vorsprung, aber halt auch kalte Nächte hat. Und richtig spannend wird es, wenn das Zeug mit dem verlorenen Zettel gewinnt. Hoffentlich erkennt man ansatzweise, was es ist. Zucchini und Paprika könnte ich ja noch unterscheiden, aber bei den Kräutern? Die gehen ja schon farblich eher in Richtung Einheitston.

Aber jetzt muss erstmal was wachsen. Alter Spruch aus Teenie-Zeiten und da war auch nicht immer der Bart gemeint.

Partiell-temporäre Blasenschwäche in Zeiten von Corona

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Es gibt vieles, was in Zeiten von Corona nicht schön ist. Heuschnupfen zum Beispiel. Oder Keuchhusten. Speziell letzteres kann anstrengend sein: man muss schon sehr schnell sein, um zwischen zwei Hustenanfällen zu erklären, dass man nicht an Covid-19 leidet und der tiefsitzende Husten von einer anderen, hochansteckenden Infektionskrankheit rührt, die allerdings von Bakterien, nämlich den niedlichen „Bordetella pertussis“ verursacht wird. Sobald man diese Erklärung über die wunden Lippen gebracht hat, sind die Leute meistens beruhigt. Puh, zum Glück kein Corona.

Auch nicht schön ist momentan eine partiell-temporäre Blasenschwäche, also einer Blasenschwäche, die eigentlich gar nicht vorhanden ist, sondern sich nur abrupt und spontan zeigt, wenn man es gar nicht brauchen kann. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin betroffen. Zumindest war ich das vorhin im Wald: unterwegs mit dem Rad, wollte die Natur zeigen, was sie so drauf hat: überall grünt und blüht es, dass es dem Floral-Fetischisten mehr als nur das Herz aufgeht. Ich finde es ja auch nett, aber mein Problem war ein mathematisches – Volumenberechnung im konkreten, nämlich: Menge an Wasser und Kaffee (zusammengefasst als X) in Beziehung zur Füllmenge des menschlichen Verdauungsapparates (Y) eines Radfahrers (R) unter besonderer Berücksichtigung der Blase (Z). Um es kurz zu fassen: Z war die schwächste Komponente bei der Gesamtrechnung. Eigentlich kein Problem, gibt es in der Formel ja noch Wald (W) und Baum (B). In Zeiten von Corona gibt es aber in W nicht nur viele B, sondern auch ungeahnt viele Leute (L) und die machen es R nicht leicht, einen B zu finden, wo keine L in der Nähe sind. Zumal L ihren Ursprung in der Chaostheorie haben und man deshalb nie weiß, wann L um die Ecke kommen, während R an einem B die Menge an X in Z wieder unter den kritischen Punkt zu bringen gedenkt (Flatten the curve quasi).

Am Ende habe ich die Zeit, die ich zum Suchen nach dem perfekten B im W benötigt hätte, für einen Endspurt Richtung Heimat genutzt, um dort zu tun, was zu tun war.

Übrigens – und das ist jetzt völlig off topic: „Bordetella pertussis“ klingt schon wie der lateinische Fachbegriff für sehr stark, wenn nicht sogar übermäßig stark geschminkte Damen, die in gewissen Etablissementen arbeiten, oder?

Mit einem Husten fing es an…

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Beim Vorbeilaufen gab er der Frau in der Küche einen Klaps auf den sehr knackigen Hintern. Ach, diese jungen Dinger, dachte sich der alte Mann, man muss sie einfach gern haben. Mit einem kurzen, kehligen Lachen fläzte er sich auf das Sofa, nahm einen Schluck Whiskey aus dem Glas, das seine Hand nie zu verlassen schien und zündete sich eine Kippe an, während er weiter nur mit Slip und T-Shirt bekleidete 19-Jährige beobachtete, die die Küchenschränke durchstöberte.

„Suchst Du was, Jenny-Baby?“

„War hier nicht mal Hustensaft?“, fragte sie und hustete, als wolle sie damit die Dringlichkeit ihrer Suche unterstreichen. Diesen Husten hatte sie schon ein paar Tage und für eine Nichtraucherin ist der ganz schön heftig, dachte sich der alte Mann. Sie schien sich tatsächlich eine herbe Erkältung eingefangen zu haben und ihm war bei beiden gestrigen Abend-, dem Mitternachts- und den dreimal Sex am Morgen aufgefallen, dass sich das heiß bei ihrem Körper nun auch auf die Körpertemperatur zu beziehen schien.

„Das Zeug steht im Bad, Baby. Was ist los, gehts Dir nicht gut?“
„Ach, nur dieser hartnäckige Husten, das geht schon wieder weg.“

Na hoffentlich. Bei Cindy hatte es auch mit einem fiesen Husten angefangen und nun war sie schon seit drei, vier Wochen nicht mehr hier gewesen. Genau wie Julia, Meghan, Sarah und Susan, die Zwillinge, Maggie, Anabel, Christine, Paula, Juliette, Clara und ihre Mutter, Brittany und Angela. Bei allen dieser seltsame Husten, dann etwas Fieber und plötzlich ließen sie sich nicht mehr blicken. Bei Christine hatte ihn das nicht so sehr gestört, sie war schließlich schon fast 27 (Claras Mutter war älter, aber da war die Konstellation der Kick), aber den Rest vermisste er schon ein bisschen. Zum Glück war Jenny unersättlich und ersetzte an guten Tagen locker drei der anderen. In manchen Nächten sogar noch mehr, aber trotzdem…

Der alte Mann nahm noch einen Schluck Whiskey, während er sich mit der Restglut seiner Kippe eine neue anzündete. Ach, da wird schon nichts sein, dachte er so bei sich. Und wenn, wäre es auch nicht schlimm. Anscheinend gab es hier in der Gegend ein neues Krankenhaus oder sowas. Zumindest sah er immer mehr Leute mit Mundschutz auf der Straße, wenn er unterwegs war, um sich Kippen und vielleicht noch ein Fläschchen von edlen gold-braunen Tropfen zu besorgen. Für die kleine Jenny wäre also gesorgt und vielleicht hatte die eine oder andere nur gerade Klausuren und deshalb nicht soviel Zeit. Wer weiß das schon.

Ein paar der längsten und schönsten Beine, die er je – oder zumindest in der letzten Zeit – gesehen hatte, schoben sich in sein Blickfeld und ließen seine Gedanken im Bruchteil einer Sekunde in eine gänzlich andere Richtung abschweifen.

“Was ist denn da los, Mr. Richards? Sie werden doch wohl nicht müde sein? Ich habe noch etwas vor mit Ihnen!“
„Keine Sorge, Jenny-Baby. Ich bin fit wie immer. Und Du darfst ruhig Keith zu mir sagen.“

Ihr kurzes Husten wurde von seinem kehligen Lachen übertönt, während seine Hände ihren Hintern packten, um sie auf seinen Schoß zu ziehen.

Auf der Suche nach dem „Sendung mit der Maus“-Beitrag zum Thema „Arbeitsunfälle in der Besamungsstation“

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Früher gabs halt Fleisch. Wenn man Glück hatte, war es gut zu kauen, schmeckte einigermaßen und für die ganz zähen Stücke, wurde das Fleisch  für sehr lange Zeit geschmort oder gekocht. Fleisch war eben Fleisch in verschiedenen Ausprägungen. Fertig. Ich kann mich nicht erinnern, meine Oma jemals über die Maserung eines Bratens oder gar der Maserung in Zusammenspiel mit dem Wuchs des Knochens bei einem Kotelett philosophieren gehört zu haben. Es gab keine wissenschaftlichen Abhandlungen über Haltung, Gattung und Rasse oder bevorzugte Fütterung des Tieres, das nun in verarbeiteter Form vor einem auf dem Teller lag. Das Einzige, was zum Thema Fleisch in die Runde geworfen wurde, war „Es wird gegessen, was auf den Teller kommt!“

Sehr viel später wurde Fleisch, inklusive Herkunft und allem drum und dran ein Thema. Plötzlich gab es zum Steak ein via QR-Code herunterzuladendes Video, das von der Zeugung (schon beeindruckend, wenn so ein Stier ganz ballermann-esque eine künstliche Kuh besteigt, weil er es entweder nicht mehr blickt, dass das Teil da vor ihm gar keine echte Kuh ist oder es ihm aufgrund der Überdosis Sexualhormone gerade total egal ist… und Glückwunsch an die Person, die in der künstlichen Kuh sitzen und die Arbeit tun, die sie tun. Ob das so ein typischer Arbeitsunfall ist: vom Penis eines Bullen ins Auge gestochen worden? Oder allergische Reaktion aufgrund von Spritzern, die ins Auge gerieten? Gleich nachher mal schauen, ob es da einen „Sendung mit der Maus“-Beitrag zu dem Thema gibt) über das Leben bis zur Schlachtung des Tieres geht, was man da gerade isst. Konnte man sich dann während dem Essen nebenher anschauen. 

Und plötzlich war auch der Normalbürger Fachmann in Sachen Fleisch. Man bestellte nicht mehr einfach nur „Grillsteaks, dreimal Paprika, zweimal Knoblauch“ beim Metzger, nein: nun ging es ans Eingemachte (und ja: teilweise auch im wörtlichen Sinn). Die Farbe spielte eine Rolle, die Maserung, der Fettanteil, mit oder ohne Knochen, welches Stück von welcher Rasse usw. Und plötzlich gab es auch ganz exotische Besonderheiten und Spezialitäten: Kobe- oder Wagyu-Rind zum Beispiel. Davon hatte man doch vorher allerhöchstens hinter den schon rein finanziell verschlossenen Türen der höchsten Sterneküche gehört. Plötzlich war das jedem ein Begriff und 8 von 10 Menschen würden anhand diese Leckerbissen aufgrund ihrer Maserung von „normalem“ Rind unterscheiden können.

Und das führt mich – natürlich, weil das drängt sich ja logischerweise total auf – zu Vampiren. Ob das denen ähnlich ergeht? Sitzen in einigen Jahren ein paar Gourmet-Vampire zusammen und erinnern sich, wie das war – damals 2020 – als die ersten „Whitenecks“ auftauchten? „Im Herbst war das irgendwann, oder?“, fragt der eine und Vladminir, der Grandseigneur der illustren Runde nickt lächelnd. Ja, da war das. Eine völlig unerwartete, aber dafür umso gewaltigere Wendung der Geschichte, brachte immer mehr Menschen dazu, nur noch mit Schals nach draußen zu gehen, die sie sich beim Zusammentreffen mit anderen über Mund und Nase schoben. Dieses dauerhafte Tragen eines Schals führte zum namensgebenden weißen Hals, dem „white neck“ (die Vampire in den spanisch-sprechenden Gebieten nennen sie „Coroniestas“), was neben der spannenden Maserung rund um Oberkörper und Kopf bei den Opfern auch einen interessanten Effekt beim Geschmack des Blutes bewirkte: durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung und des damit einhergehenden lokal-differenten Einwirken von Vitamin D, kommt es zu bis dahin völlig unbekannten Geschmacksnuancen, die zu großer Verzückung in der Gourmet-Szene  der Vampire führte.

Zu Anfang noch den Sterne-Vampiren und deren Gästen vorbehalten, sind Whitenecks mittlerweile auch im Alltag vieler weniger gutsituierten Vampiren angekommen und dort eine gern genommene Alternative zu den weiterhin verfügbaren Normalos. Und natürlich gibt es auch hier Kritiker, die über den für ungeübte Vampir-Zähne etwas härteren Biss zur Hauptvene meckern, aber wer kennt nicht den Satz, den schon so ziemlich jede Vampir-Oma losgelassen hat: „Es wird das getrunken, was auf den Tisch kommt!“

Abends, wenn es brummt…

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Die letzten zwei Abende fiel es mir auf: der angenehmen Temperaturen sei Dank noch draußen gesessen und plötzlich ging es los. Ein sonores Brummen, das ein bisschen klang, wie Papier, das sich in einem Ventilator verfängt (das ist die jugendfreie Variante… wer Lust hat, schnappt sich jetzt ein Stück Papier, hält es an die Blätter eines laufenden Ventilators und erfreut sich an dem verdutzen Blick der Freundin/Frau, die insgeheim Duracell für die  Durchhaltekraft ihrer Batterien verflucht, wobei Durchhaltekraft gerade bei diesem Themenkomplex vielleicht auch der springende Punkt ist und man Duracell da gar keinen Vorwurf machen, sondern ganz im Gegenteil mal zufrieden lächelnd den Kupferkopf tätscheln, aber wir schweifen ab…), aber hier draußen steht gar kein Ventilator. Zumindest zur Zeit noch nicht. Für den Sommer wäre das natürlich eine Idee: das sommerliche Gegenstück zum Heizpilz. Aber soweit sind wir noch nicht, das Brummen kam als weder von einem Ventilator im Zusammenspiel mit Papier, noch von etwas Duracellbetriebenem, sondern von Maikäfern, die plötzlich aus dem Nichts erschienen, die Bäume, Büsche und überhaupt alles umbrummten wie eine Horde Kegelclub-Herren die neu eingetroffenen Handball-Damen von SV Groß-Gerau („Sport-Vereinigung? Da sind wir doch dabei, höhöhö. Noch eine Runde und dann Stößchen, die Damen. Höhöhö“). Aber im Gegensatz zu den Herren vom Kegelclub, waren die Maikäfer eine halbe Stunde später einfach wieder weg. Faszinierend. Was machen die den ganzen Tag? Wo treiben die sich rum? Und arbeiten die im Schichtbetrieb? Also von 20.00 bis 20.30 Uhr bei mir, dann sagt Rudi, der Chef-Maikäfer: „So, Jungs, genug gebrummt, wir müssen weiter“ … und dann ziehen sie los zur nächsten Straße?

Eben gerade waren sie wieder da. Gleiche Zeit, gleiches Gebrumme. Ein paar letzte Nachzügler sind noch da, aber auch die machen sich bereit für den Abflug. Habe Runtastic am Handy aktiviert und wollte es dem einen Käfer auf den Bauch kleben, um den Flugweg zu verfolgen, aber es ist wie bei vielen Menschen: große Klappe, lautes Gebrumme, aber am Ende nichts dahinter: Handy zu schwer, Käfer will so nicht fliegen. Lusche. Überhaupt alles Luschen. haben die schon mal auf den Kalender geschaut? Wir haben noch gar nicht Mai! Alle viel zu früh gekommen … und am Ende muss wieder Duracell ran.