Matricaria chamomilla

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Die Kamille (Matricaria chamomilla) ist bestimmt eine ganz tolle Pflanze, aber nach gefühlten (und wahrscheinlich auch tatsächlichen) vier Litern Tee dieser Sorte, hängt sie mir ellenlang aus dem Hals. Wahrscheinlich sind die ursprünglichen Magen-Darm-Krämpfe schon längst weg und mein Körper rebelliert mit neuen Krämpfen gegen die andauernde Teezufuhr.
Wenn man zeitgleich Extremschonkost (= nichts essen) dazu betreibt, hat man die meiste Zeit einen muffigen Geschmack im Mund; ein Geschmack der in etwa dem entspricht, wie die Zimmer von alten Leuten riechen. Um das Ganze mal positiv zu sehen: ich rede mir ein, dass die Frequenz der Wehen Krämpfe abnimmt, die schmerzfreie Zeit zwischen zwei dieser stechenden Schmerzattacken sich vergrößert. Das wäre dann ja wenigstens ein Erfolg. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich spätestens morgen früh zeigen. Heute morgen dachte ich nämlich auch, das wäre überstanden, aber frisch geduscht, die Autoschlüssel schon in der Hand, kam so ein hinterhältiger Krampfanfall und legte mich lahm. Andererseits kann ich morgen auch mal krampfend ins Büro. Die Kollegen freuen sich bestimmt, wenn ich ihnen die Ohren volljammere auch aussehe wie Jesus beim Nageln. Und Kamillentee kann ich auch dort trinken. Da sind sogar die Kannen größer und ich muss nicht so oft Wasser abkochen.

Managementstrategien

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Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab“! Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir in dieser Situation handeln:

1. Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
2. Wir wechseln die Reiter.
3. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten“.
4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
7. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
8. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
9. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
10. Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
11. Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.
12. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
13. Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist.
14. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
15. Wir richten einen unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

Dentalhygiene

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Die Dame beim Zahnarzt erklärt mir die verschiedenen Zahnputzmöglichkeiten, so auch die Möglichkeiten, die moderne Hightech-Zahnputzsysteme aus den Wunderschmieden der Elektronikkonzerne so bieten. Sie selbst benutze ja eine solche und da sie wirklich schöne Zähne hat, bin ich mir sicher, dass diese Dinger richtig gut sind. Allerdings auch teuer. Eine der Maschinen, die sie mir aufschrieb kostet sage und schreibe 150 Euro! Das sind 300 Mark (bei solchen Anschaffungen rechnet man ja gerne noch um)! Für eine Zahnbürste mit Batterie. Für den Preis sollte sie wenigstens atomgetrieben sein, aber nein, ist sie nicht. Andererseits muss man nur dran vorbeigehen und schon löst sich Zahnbelag wie von selbst auf und die Bakterien begehen Massenselbstmord. Außer die für die natürlich Mundflora (oder wars fauna?) wichtigen natürlich. Und noch dazu kann die Maschine nicht nur die Zähne sondern auch sich selbst reinigen. Fragen Sie mich nicht wie; sie macht es. Wahrscheinlich ist tief im Inneren der Apparatur nochmal das gleiche Wunderwerk der Technik in klein, das die große Maschine pflegt. Keine Ahnung.

Nichtsdestotrotz müssen die Beisserchen vorerst mit einer manuellen Zahnbürste vorlieb nehmen. Dafür bekommen sie Extrastreicheleinheiten von einem langen Zahnseidefaden …und werden täglich von edelstem Automatenkaffee warm umspült. Die sollen mal nicht meckern.

Unköniglicher Kunde

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Wenn man sich anschaut, wie es in Deutschlands Geschäften abläuft, braucht man sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht wirklich gut dasteht. Ich hatte in der letzten Zeit die zweifelhafte Ehre in zwei Läden Gast zu sein, die beiden ein Heidengeld an mir verdient haben. Der Service war beides mal unterirdisch. “Gehense doch woanders hin” heißt es dann immer. Aber zum einen ist woanders tatsächlich ganz woanders, was es nicht wirklich einfacher macht. Zum anderen bin ich mir fast sicher, dass es dort nicht unbedingt besser wäre.

Mittlerweile ist man ja soweit, dass man sowas zähneknirschend hinnimmt, wohl wissend, dass meckern auch nicht wirklich hilft, sondern nur den Blutdruck unnötig an die Grenze des gesundheitlich Vertretbaren treibt. Das ist ein Armutszeugnis für den deutschen Handel! Kunden geben sich zufrieden anstatt zufrieden zu sein.

Witzigerweise überleben diese Läden. Bei dem einen weiß ich sogar wieso: den umliegenden Firmen geht es noch nicht schlecht genug; sie buttern immer noch genug in diese miese Butze und die verdienen sich dumm und dämlich. Klar wird bei diesen Firmenkunden nicht am Service gespart, aber wehe man kommt nicht von der Firma mit den drei Buchstaben. Ist ein bisschen blauäugig, denn irgendwann haben auch diese Verträge mal ein Ende und irgendein Controller entscheidet, dass fortan die Firma mit den drei Buchstaben auch nur noch Firmenwagen vom Autohersteller mit den drei Buchstaben nehmen wird. Da geht den Ringen des anderen Herstellers, bzw. dem gemeinten Händler aber ganz schön schnell die Luft aus und schwupp muss man sich wieder an die Leute ranwanzen, die man vorher leichtfertig verkrault hat.

Warum der andere Laden noch immer da ist und das nach Jahrzehnten weiß ich nicht. Am Chef kanns nicht liegen.

Leiden 2.0

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Das Internet ist toll und vor allem so informativ. Zu informativ manchmal. Gibt ja so Sachen, die man nicht unbedingt wissen will – selbst wenn man explizit danach sucht. “Weisheitszähne ziehen” fördert bei Google beispielsweise Seiten zutage, die man sich auf nüchternen Magen lieber nicht antun sollte …oder wenn man selbst bald in den Genuss einer solchen Behandlung kommen wird. Und das war nur Google! Bei youtube habe ich noch gar nicht geschaut. Mache ich vielleicht auch nicht (netter Vorsatz. Die Neugier wird siegen. Tut sie immer).

Und ist der Tenor bei dem eigentlichen Vorgang des Entfernens der Zähne noch dezent hoffnungsvoll, wirds beim Thema “Rauchen” und “Weisheitszahn” dramatisch bis beängstigend. Das ist quasi, als würde man sich eine Ampulle reinstes Nikotin direkt in die Vene jagen. Mit Überdruck. Eigentlich kann man sich das nur antun, wenn eine Spritze Adrenalin in der Nähe ist, die man sich ganz Pulp-Fiction-like im Notfall direkt ins Herz donnern lässt. Alternativ ginge wahrscheinlich Kiefer aufschlitzen und ein bis zwei Liter verseuchtes Blut abfließen lassen.

Spaß macht es auf jeden Fall nicht und das Internet sagt einem auch wieso. Nicht, dass man das vorher nicht auch geahnt hätte. Wer kennt nicht die Horrorstorys aus dem Bekanntenkreis, wo von Entzündungen, nicht heilenden Wunden und fortan starren Gesichtszügen die Rede war, aber nun sind es nicht mehr nur ein paar Freunde oder der Onkel väterlicherseits, der davon berichtet: in den einschlägigen Foren tummelt sich das gesamte deutschsprachige Zahninvalidentum und teilt sein Leid der versammelten Webwelt mit. Leiden 2.0 quasi.

Meine OP ist zwar erst im Juni, aber ich werde mich wohl trotzdem schon mal in den Foren registrieren. Ich will bereit sein, wenn es soweit ist.

Mutti, Mutti, er hat gar nicht gebohrt (…schön wärs)

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Der erste Zahnarzt meines Lebens war ein Berliner mit einem merkwürdigen Humor und der Auffassung, dass Schmerzen zu einem Zahnarztbesuch gehören wie rote Füße zum Traubenstampfen. Immerhin bei einer Wurzelbehandlung erbarmte er sich und setze eine Betäubung. Der nächste Zahnarzt war da schon besser, er betäubte vorsorglich und in ausreichender Dosis. Dass man dafür für den Rest des Tages nicht mehr zu vernünftiger Konversation und einer Flüssigkeitszufuhr ohne Sabbern fähig war… egal. Hauptsache einigermaßen schmerzfrei. Der dritte Zahnarzt war vor Ort und sofort mein Freund, als er nach einem Check meiner nicht wirklich schönen Zähne zu meinem Erstaunen feststellte, dass eine solide Reinigung schon ausreichend wäre, ansonsten würde das schon passen. Letztes Jahr, ein Tag vor Heilig Abend, kam ich in den Genuss eines weiteren Zahnarztes, der mir eine geschasste Krone wieder aufsetzte und mich mit einem düsteren “Den Rest machen wir nächstes Jahr. Das wird viel Arbeit” in die Feiertage entließ. Morgen dann der nächste Zahnarzt, bzw. erstmal die Dentalhygienikerin, die sich an den Beisserchen auslassen darf. Da wird sich zeigen, ob sie bei den ganzen Schulungen auch schön aufgepasst hat. Danach schaut Cheffe sich das frisch gesäuberte Mundwerk nochmal an und wir planen die weitere Vorgehensweise. Ich rechne mit vielen weiteren Besuchen und einer Unmenge an Kosten. Aber was macht man nicht alles, damit man auch morgen noch kraftvoll zubeissen kann.

Autohändler, doo

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Seit der Wagen in der Werkstatt war funktioniert tatsächlich einiges wieder, was vorher seinen Dienst versagte. Manches geht sogar zu gut, so zum Beispiel die Alarmanlage. Heute morgen fing die Huperei an, als ich gerade die Firma betreten wollte (da war weit und breit niemand, der auch nur ansatzweise das Auto hätte berühren können), heute abend in der Garage das gleiche Spiel (Apropos: sorry, lieber Nachbar, der Du gerade an Deinem Auto rumgeschraubt hast, als das losging. Das hallt bestimmt ganz schön laut in so einer Garage): Auto abgestellt, in die Wohnung und fünf Minuten später geht das Gedöns los. Die Huperei hört zum Glück nach eine Weile auf, der Warnblinker bleibt aber an.

Die Leute, die das Auto in der Werkstatt unter ihren Fittichen hatten, haben mit Sicherheit auch an der Elektronik rumgeschraubt. Zumindest blinken einige Lichter nicht mehr, die vorher sehr penetrant und ausdauernd geblinkt hatten (Alles undramatische Dinge, die man ignorieren konnte). Man hat die Elektronik also quasi “genullt” und im Zuge dessen die Alarmanlage hypersensibilisiert. Soweit meine Theorie – unbeweisbar wie alles, was die dort an dem armen Auto gedreht haben. So oder so ist die Alarmanlage aber nun sehr schnell dabei, wenn es darum geht sich zu melden. Das wird heute nacht spannend, wenn diese bescheuerten Marder wieder ihr Lager auf dem Dach aufschlagen. Denen gönne ich ja so ein Hupkonzert; dummerweise sind das aber nicht die einzigen, die daran teilhaben dürfen. Die Nachbarn wären leider auch live mit dabei und das hier ist tiefste Pampa: die stehen mit Fackeln und Mistgabeln vor der Tür, wenn sie rauskriegen, wem dieses laute Monster gehört.

Ich sollte vielleicht zur Sicherheit abends immer die Nummernschilder abschrauben…