Leiden 2.0

Das Internet ist toll und vor allem so informativ. Zu informativ manchmal. Gibt ja so Sachen, die man nicht unbedingt wissen will – selbst wenn man explizit danach sucht. “Weisheitszähne ziehen” fördert bei Google beispielsweise Seiten zutage, die man sich auf nüchternen Magen lieber nicht antun sollte …oder wenn man selbst bald in den Genuss einer solchen Behandlung kommen wird. Und das war nur Google! Bei youtube habe ich noch gar nicht geschaut. Mache ich vielleicht auch nicht (netter Vorsatz. Die Neugier wird siegen. Tut sie immer).

Und ist der Tenor bei dem eigentlichen Vorgang des Entfernens der Zähne noch dezent hoffnungsvoll, wirds beim Thema “Rauchen” und “Weisheitszahn” dramatisch bis beängstigend. Das ist quasi, als würde man sich eine Ampulle reinstes Nikotin direkt in die Vene jagen. Mit Überdruck. Eigentlich kann man sich das nur antun, wenn eine Spritze Adrenalin in der Nähe ist, die man sich ganz Pulp-Fiction-like im Notfall direkt ins Herz donnern lässt. Alternativ ginge wahrscheinlich Kiefer aufschlitzen und ein bis zwei Liter verseuchtes Blut abfließen lassen.

Spaß macht es auf jeden Fall nicht und das Internet sagt einem auch wieso. Nicht, dass man das vorher nicht auch geahnt hätte. Wer kennt nicht die Horrorstorys aus dem Bekanntenkreis, wo von Entzündungen, nicht heilenden Wunden und fortan starren Gesichtszügen die Rede war, aber nun sind es nicht mehr nur ein paar Freunde oder der Onkel väterlicherseits, der davon berichtet: in den einschlägigen Foren tummelt sich das gesamte deutschsprachige Zahninvalidentum und teilt sein Leid der versammelten Webwelt mit. Leiden 2.0 quasi.

Meine OP ist zwar erst im Juni, aber ich werde mich wohl trotzdem schon mal in den Foren registrieren. Ich will bereit sein, wenn es soweit ist.

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