Unköniglicher Kunde

Wenn man sich anschaut, wie es in Deutschlands Geschäften abläuft, braucht man sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht wirklich gut dasteht. Ich hatte in der letzten Zeit die zweifelhafte Ehre in zwei Läden Gast zu sein, die beiden ein Heidengeld an mir verdient haben. Der Service war beides mal unterirdisch. “Gehense doch woanders hin” heißt es dann immer. Aber zum einen ist woanders tatsächlich ganz woanders, was es nicht wirklich einfacher macht. Zum anderen bin ich mir fast sicher, dass es dort nicht unbedingt besser wäre.

Mittlerweile ist man ja soweit, dass man sowas zähneknirschend hinnimmt, wohl wissend, dass meckern auch nicht wirklich hilft, sondern nur den Blutdruck unnötig an die Grenze des gesundheitlich Vertretbaren treibt. Das ist ein Armutszeugnis für den deutschen Handel! Kunden geben sich zufrieden anstatt zufrieden zu sein.

Witzigerweise überleben diese Läden. Bei dem einen weiß ich sogar wieso: den umliegenden Firmen geht es noch nicht schlecht genug; sie buttern immer noch genug in diese miese Butze und die verdienen sich dumm und dämlich. Klar wird bei diesen Firmenkunden nicht am Service gespart, aber wehe man kommt nicht von der Firma mit den drei Buchstaben. Ist ein bisschen blauäugig, denn irgendwann haben auch diese Verträge mal ein Ende und irgendein Controller entscheidet, dass fortan die Firma mit den drei Buchstaben auch nur noch Firmenwagen vom Autohersteller mit den drei Buchstaben nehmen wird. Da geht den Ringen des anderen Herstellers, bzw. dem gemeinten Händler aber ganz schön schnell die Luft aus und schwupp muss man sich wieder an die Leute ranwanzen, die man vorher leichtfertig verkrault hat.

Warum der andere Laden noch immer da ist und das nach Jahrzehnten weiß ich nicht. Am Chef kanns nicht liegen.

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