War on Leberwurstbrot

Bei Flügen nach Übersee muss man schon auf dem Flug einen Zettel ausfüllen und darin versichern, dass man keine Tiere, nichts Essbares (auch keine Kombi aus beidem) und keine Muttererde aus der Heimat dabei habe. Diese Zettel musste man schon vor 9/11 ausfüllen – scheint also nichts mit Terrorismus zu tun zu haben. Wäre ja sogar für amerikanische Verhältnisse absurd: „Hilfe, er hat ein Leberwurstbrot. Und da: ein Beutel Heimaterde! Erschießt ihn. Verbrennt seine Leiche, sein Handgepäck und alle im Umkreis von zwei Sitzreihen um ihn herum!“ Wobei… ich würde es nicht auf einen Versuch ankommen lassen.

Man sagt ja, dass man das Zeug nicht mitnehmen darf, damit die dortige Flora und Fauna nicht gefährdet wird. Oder gar die Lebensmittelindustrie. Also doch irgendwie terroristisch angehaucht, das Ganze. Wäre ja nicht auszudenken, wenn deutsche Leberwurstbrote plötzlich amerikanische Burger angriffen und diese nach über Nacht verdrängen würden. Ein Skandal sondergleichen! Ein Aufschrei würde durchs Land donnern. Aber genau wie Amerika im Großen, weiß auch der gemeine Amerikaner sich zu verteidigen. Zum Schutz der landestypischen Nahrungskultur würde man sich zu sogenannten Burgerwehren formieren, um der Leberwurstbrotinvasion Einhalt zu gebieten. Es gäbe einen „War on Leberwurstbrot“, teilweise würde die Nationalgarde unterstützend tätig werden. Die NSA würde zeitgleich neue Selektoren an den BND liefern: „Leberwurstbrot“, „mit dick Senf“ und ähnliches. Glühende Leitungen in Bad Aibling. Derweil gäbe es erste Kämpfe in Gebieten mit erhöhtem Leberwurstbrotaufkommen: Menschen, die von den Broten genascht hätten, wären nun süchtig danach und würden die Leberwurstbrote gegen Burgerwehren verteidigen. Diese wären anfangs überrascht von der Rebellion der Leberwursts (so hießen die Leberwurstbrotanhänger dann), aber dank einer „Zero Tolerance“- und „Shot first“-Politik, hätte es sich bald mit Gegenwehr.
So ginge das viele viele Jahre. Das Land würde zermürbt von den Leberwurstbrot-Wars und alles ginge noch mehr den Bach runter, als ohnehin schon, zumal es auch noch Splittergruppen der Leberwursts gäbe (die „Mett-Eagles“, um nur eine zu nennen), sowie Nebenkriegsschauplätze wie die Kaiserschmarrn-Kämpfe.

Letztlich wird das aber alles nicht passieren, denn clever sind die Amerikaner sind ja nicht blöd: sie lassen Einreisende einfach einen Zettel ausfüllen, auf dem sie fragen, was Sache ist: Haben Sie was zu futtern von zuhause dabei? Ist das „Nein“ angekreuzt ist alles gut, bei einem „Ja“ muss man sich den Kandidaten mal genauer anschauen. Oder erschießen, mitsamt dem Handgepäck verbrennen und alle im Umkreis von zwei Sitzreihen gleich mit. Safety first! Zero tolerance to Leberwurstbrot!

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