Webkram

Letztes Jahr kam ich zusammen mit den Kollegen in den Genuss einer Weiterbildung in Sachen Online. Weiterbilden ist ja nie schlecht, man lernt sein Leben lang und manchmal sogar Sinnvolles. Im Nachhinein betrachtet fand ich es für mich persönlich einigermaßen erheiternd, wie ein – in Relation gesehen – Frischlinge mir “bloggen”, “Blogs” usw. erklärt haben, aber nun denn. Damals, in der guten alten Zeit, als Blogs noch Weblogs hießen und “der Blog” noch weit weniger ging als heute, war es ja tatsächlich noch ein Randthema.
Was diese ganze Aktion auch gezeigt hat: Nichts ist so kurzlebig wie das Web. Einer der Vortragenden startete seine Präsentation mit einem Twitter-Hashtag und einem wissenden Grinsen; wissend ob der Tatsache, dass die wenigsten etwas damit anzufangen wussten. Die Quintessenz des Ganzen war, dass Twitter superdubermegageil und keinesfalls aus den Augen zu verlieren sei. Twitter ist Hype, Twitter ist aber sowas von der Bringer und überhaupt gibt es eine Welt vor und eine Welt nach Twitter. Thesen, die ich so schon damals nicht unterschrieben hätte, aber es ist interessant zu sehen, dass der Vortragende seinen letzten Eintrag im August letzten Jahres hatte. Twitter ist zwar immer noch da, einigermaßen hipp und viel genutzt, aber für ihn anscheinend weit weg von jeglicher Relevanz. Nun würde mich mal interessieren, worüber er heutzutage so referriert. Facebook? StreetView? Flattr? Das “neue” mySpace wird es sicher nicht sein, das dürfte bald – zu recht – im Nirvana verschwinden.
Eins hat das Ganze wieder einmal gezeigt: diejenigen, die am lautesten Hypes ausrufen, um dann hechelnd einer wie auch immer gearteten Monetarisierung (was für ein beschissenes Wort) hinterherzuhecheln, sind jene, die am schnellsten wieder weg und auf der Suche nach dem nächsten vielleicht vermarktungsfähigen Trend sind. Hat was von Lotto spielen: vielleicht ist ja irgendwann die Cashcow dabei, wo man andocken kann. Twitter wars bei diesem Herrn dann aber wohl nicht.

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