Wenn schon Mord, dann nur im katzenfreien Bad

Ich habe jetzt ein Rasiermesser. Also eigentlich kein richtiges Rasiermesser, sondern eine Shavette. Das ist quasi ein Rasiermesser, aber mit austauschbarer Klinge und zwar einer einzelnen. Die Supermarktrasierer prahlen ja um die Wette, wer mehr hat. Vor ein paar Jahren fing es mit einer zweiten Miniklinge an, mittlerweile kommt gefühlt eine weitere Klinge pro Woche dazu. Man hört sie schreien an der Kasse: „Nimm mich, ich habe vier Klingen!“ „Pah, vier… ich hab fünf und die sind so scharf, dass sie hinter Gitter müssen!“. Letzteres kennt man auch von den Damen in gewissen Gegenden von Mannheim (hab ich gehört! Sagt man! Gerüchte!). Jedenfalls sind das ganz schöne Angeber, diese Supermarktrasierer, dabei sollte man den Ball lieber flach halten, wenn man sein Dasein zwischen Einzelportionsflaschen Zinn40 und Muskote-Papers fristet. In der Szene gibt es sicher noch andere Gründe außer „scharf“, die einen hinter Gitter bringen können.
Die Shavette ist dagegen dezent und von der angenehm stillen Sorte. Sie hat nur eine Klinge, aber das führt keineswegs zu Komplexen – und erfreulicherweise auch nicht zu lautstarkem Widerstand ala „Ihr könnt mich mal, ihr verf***ten Supermarktrasierer mir Eurer Klingengeilheit! Ja, ich habe nur eine, na und????“, denn das widerspräche ja der angenehmen Stille, die zu verbreiten sich die Shavette zu eigen gemacht hat. So verrichtet also ein einzelnes, sehr scharfes Stück Metall seine Arbeit und man merkt gleich beim ersten Einsatz: Scheißegal wieviele Klingen so ein Ding hat – Gitter sind eine klasse Sache! Außerdem lernt man, dass sich Blut ganz leicht von Waschbecken und Fliesen entfernen lässt. Gut zu wissen, wenn man mal einen Mord oder so plant: das Badezimmer bietet sich an, da lässt sich die Sauerei super wegmachen… naja, solange keine Katze durch das Massaker läuft. Ganz schlecht sind Katzen mit weißem Fell. Nicht, dass sich die Farbe des Fells auf die grundlegende Verteilung der Blutschmierereien auswirken würde, aber im Gegensatz zu Waschbecken und Fliesen ist Katzenfell nicht so leicht zu reinigen. Das gilt im Besonderen auch für Blutflecken im Fell. Merke: bei einem Mord ein Badezimmer aufsuchen, aber dafür sorgen, dass sämtliche weißen Katzen außerhalb des zu erwartenden Blutlachenbereiches sind. Idealerweise lässt man sie erst gar nicht ins Bad. Ist dann ja auch hygienischer, so ein Mord und die Aufräumarbeiten danach sowieso. Danach sind Katzen gerne wieder willkommen.

Und kleiner Tipp bzgl. Werkzeug. So eine Shavette ist echt scharf, hat aber keine Gitter. *zwinkerzwinker.

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